Foto: dapd/Daniel Kopatsch
Berlin/München – Die Gema hat ihre umstrittene Tarifreform verteidigt und den Kritikern vorgeworfen, Empörung zu inszenieren. "Wir wollen, dass jeder noch so kleine Musiker namentlich zu seinem Recht und seiner angemessenen Vergütung kommt", sagte Gema-Aufsichtsrat Enjott Schneider der "Süddeutschen Zeitung" vom Wochenende. "Deshalb wollen wir eine click- und nutzungsbezogene Entlohnung des Urhebers."
Der Protest komme vor allem aus der Clubszene. Dort seien die "Digital Natives" zu Hause, die mit Computer und Web aufgewachsen seien, "wo alles kostenfrei sein soll". In Zukunft würden etwa 40 Prozent der Großveranstalter mehr bezahlen, "aber auch die müssen nicht mehr als zehn Prozent von ihren Eintrittsgeldern an Gebühren entrichten". Dies gelte sowieso erst ab einem Eintritt von zehn Euro. Die gastronomischen Haupteinnahmen machten aber in der Regel das Zehnfache davon aus. Von diesem Gesamtumsatz kämen die Gema-Gebühren nicht über 1,7 Prozent. "Davon stirbt kein Club."
Schneider sagte, die Musiker wollten ein digitales Zeitalter, in dem nicht unkontrolliert Pauschalsummen zwischen den großen Unternehmen und Institutionen hin- und hergeschoben würden. Das Schweigen vieler betroffener erklärte er damit, dass manche Angst hätten, von ihren Fans beschimpft zu werden.
Am Donnerstag hatten in elf Städten rund 20.000 Menschen gegen die neuen Tarife der Gema für Veranstaltungen protestiert.
dapd
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