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Agrarminister für engere Zusammenarbeit Gemeinsamer Kampf gegen Hunger

Marco Piljic

21.01.2012

Am Rande der Grünen Woche und zeitgleich zum Gipfel demonstrierten in Berlin nach Angaben der Organisatoren 23.000 Menschen gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und "Tierquälerei in Megaställen". Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo
Am Rande der Grünen Woche und zeitgleich zum Gipfel demonstrierten in Berlin nach Angaben der Organisatoren 23.000 Menschen gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und "Tierquälerei in Megaställen".

Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo

Berlin – Bei der Bekämpfung von Hungersnöten setzt die Staatengemeinschaft auf eine noch engere Zusammenarbeit. "Ich denke, ein gemeinsames Ziel ist es, den Kampf gegen hungernde Menschen noch entschiedener zu führen", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Samstag während des vierten Agrarministergipfels in Berlin. An dem Treffen am Rande der Grünen Woche nahmen Minister aus rund 70 Staaten teil. Zeitgleich demonstrierten in Berlin Tausende Menschen gegen die deutsche Agrarpolitik.

Ilse Aigner betonte, um die Ernährung aller Menschen auf der Welt zu sichern, müssten unter anderem Ernteverluste auf das "absolute Minimum" verringert werden. Zudem müsse es nachhaltige Landwirtschaft und einen Zugang aller Menschen zu Nahrungsmitteln geben. Nur dann gebe es eine Chance, die Ernährung aller Menschen sicherzustellen und den fortschreitenden Klimawandel zu stoppen, fügte die Ministerin hinzu.

Menschen sollen "richtig essen" lernen

Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Jose Graziano da Silva, sagte, obwohl es genügend Nahrungsmittel gebe, sei eine Milliarde Menschen von Unterernährung betroffen. Zugleich gebe es eine Milliarde Menschen, die übergewichtig seien. Er rief dazu auf, Menschen zu lehren, "wie man richtig isst". Es brauche Ernährungsprogramme und Schulungen, dafür müsse sich die Politik einsetzen.

Weiter sagte da Silva, Konflikte innerhalb von Staaten seien zunehmend Grund für hungernde Menschen. Keine Organisation könne die Konflikte alleine lösen, es sei die Zusammenarbeit aller Organisationen nötig.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos erklärte, Unterernährung von Menschen könne nicht bekämpft werden, indem nur mehr Lebensmittel hergestellt würden. Es müssten auch Lösungen gefunden werden, "wie man besser konsumieren kann".

Der indonesische Landwirtschaftsminister Asyraf Suswono sagte, sein Land habe verschiedene Programme gestartet, um die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen. So plane Indonesien etwa, bis 2014 jährlich rund zehn Millionen Tonnen mehr Reis herzustellen.

Laut Veranstalter 23.000 Demonstranten am Kanzleramt

Zeitgleich zum Gipfel demonstrierten am Kanzleramt in Berlin nach Angaben der Organisatoren 23.000 Menschen gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und "Tierquälerei in Megaställen". Zur Großdemonstration unter dem Motto "Wir haben es satt! – Bauernhöfe statt Agrarindustrie" hatten 90 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit aufgerufen.

Die Veranstalter warfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik bislang "Steigbügelhalter für die Agrarindustrie" zu sein. Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte im Vorfeld erklärt, die meisten dieser Forderungen seien bereits erfüllt.

Bereits 2011 waren während der Grünen Woche mehr als 20.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Riesen-Ställen zu protestieren. Auf der Grünen Woche als weltgrößter Leistungsschau der Ernährungswirtschaft präsentieren seit Freitag 1.624 Aussteller aus 59 Ländern ihre Angebote. Die Veranstalter der diesjährigen Grünen Woche erwarten bis 29. Januar wieder rund 400.000 Besucher auf dem Messegelände unter dem Funkturm in Berlin.

(dapd)

 

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