In der Sperrzone des AKW Fukushima lebt nur ein Mann – und kümmert sich selbstlos um die zurückgebliebenen Tiere

Nachdem unzählige Menschen wegen der Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima 2011 evakuiert wurde, kehrte ein Mann zurück, um nach seinem Hund zu sehen. Er kannte die Risiken, doch seine Entscheidung stand fest. In der Sperrzone angekommen fand er unzählige weiter verlassene Tiere und beschloss sich auch um sie zu kümmern.

Im März 2011 zerschlug ein Tsunamie die äußere Hülle des Kernkraftwerks im japanischen Fukushima. Tausende Menschen wurden daraufhin aus einer 20-Kilometer-Sperrzone evakuiert. Doch bei ihrer hastigen Flucht mussten sie ihre Haus- und Nutztiere zurücklassen.

Während niemand wagt in die verstrahlte Region zu gehen, kehrte ein Mann trotz Warnung zurück zu seinen Hunden. Diese Entscheidung veränderte sein ganzes Leben – und das Leben unzähliger Tiere.

„Ich kehrte zu ihnen zurück und stellte fest, dass sie noch immer angebunden waren“, sagte der 57 jährige ehemalige Reisbauer Naoto Matsumura.

„Unsere Hunde wurden die ersten Tage gar nicht gefüttert. Als ich schließlich kam und sie fütterte, fingen die Hunde des Nachbarn an verrückt zu spielen.“

„Offenbar verließ jeder die Stadt mit dem Gedanken, in ein oder zwei Wochen zurück zu sein“, vermutete Naoto. Doch es sollte sich herausstellen, dass die Bewohner von Tomioka nie zurückkehren sollten und ihre Tiere auf sich selbst gestellt waren.

Von da an fütterte der „Wächter der Tiere Fukushimas“ jeden Tag die Hunde und Katzen. „Sie können es kaum aushalten, sie versammeln sich, sobald sie meinen Truck hören und fangen an wie wild zu bellen“, so der einsame Tierpfleger.

„Überall wo ich hinfahre, begrüßt mich ein Bellen, so als ob sie sagen wollen ‚Wir haben Durst‘ oder ‚Wir haben überhaupt nichts zu Essen’…  Also habe ich meine Runden fortgesetzt.“

Er entschied allein innerhalb der Sperrzone zu leben und sich weiterhin um die Tiere zukümmern – nur etwa 10 Kilometer entfernt vom ehemaligen Kernkraftwerk.

Als er das erste Mal in seine Stadt zurückkehrte, fand er viele verhungerte Tiere. Aber er machte es zu seiner Mission, für die Überlebenden zu sorgen.

„Zuerst war ich verängstigt, weil ich wusste, dass sich die Strahlung überall ausgebreitet hat“, sagte Naoto über seine Gefühle, als er das erste Mal nach Hause fuhr.

„Der nächste Gedanke war, dass, wenn ich zu lange bleibe, Krebs oder Leukämie bekomme. Doch sie sagten mir auch, das ich die nächsten 30 bis 40 Jahre nicht krank werden würde. Bis dahin bin ich wahrscheinlich eines natürlichen Todes gestorben, also kümmerte es mich nicht im Geringsten.“

Jetzt füttert er jeden Tag die noch lebenden Tiere: 50 Kühe, Schweine, Katzen, Hunde und auch zwei Strauße.

„Je länger ich bei den Tieren war, desto mehr sah ich, dass wir immer noch gesund waren und das alles gut werden wird“, so der 57-Jährige.

Um sich selbst ein wenig zu schützen, isst und trinkt er nur Lebensmittel, die er von außerhalb bezieht. Naoto ist sprichwörtlich der letzte Mensch in Tomioka – und seine außergewöhnliche Hingabe berührte schon unzählige Herzen auf der ganzen Welt.

Seine selbstlosen Taten als „Wächter der Tiere Fukushimas“ tragen dazu bei, dass viele Menschen das Vertrauen in die Menschheit noch nicht verloren haben.

Alle Fotos: Facebook | Naoto Matsumura, Guardian of Fukushima’s Animals

(ts)

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