Sein oder haben? Ums liebe Geld dreht sich doch immer alles. – Wirklich?

Vor mehr als 9 Jahren war Mark Boyle ein Mann, der sich unbeirrt bis an die Spitze der Gesellschaft hochgearbeitet hatte. Sein damaliges Lebensziel glich sicherlich dem vieler anderer junger Menschen: einen guten Job zu haben, viel Geld zu verdienen und sich reichlich Luxusgüter zu kaufen, um den Menschen nach außen hin seinen Status zu demonstrieren. Denn viel besitzen heißt, viel Erfolg mit dem zu haben, was man macht.

In der Tat war Mark der Top-Manager einer führenden Lebensmittelbranche in Großbritannien, besaß eine Yacht und genoss seinen luxuriösen Lebensstil. Aber von einem Tag auf den anderen gab Mark seine bequeme Existenz auf und begann sich auf einen Lebensstil ohne Geld einzustellen. Und zwar wirklich mit keinem Geld!

Seine Geschichte begann am Ende seines letzten Studienjahres am Galway-Mayo Institute of Technology (GMIT) in Mountbellew, Irland. Er sah einen Film über Mahatma Gandhi. Mark erinnert sich noch an dessen Worte: „Sei du die Veränderung selbst, die du in der Welt sehen willst.“

Durch den Austausch mit einem Freund wurde er Jahre später auf die zeitgenössischen Umwelt- und sozialen wie gesellschaftlichen Probleme aufmerksam, die seinen Lebensstil mit beeinflussten.


Foto: Facebook | Mark Boyle

„Meine „Erleuchtung“ kam während eines Nachmittags, als ich mit meinem Freund zu philosophieren begann. Wir diskutierten über globale Themen wie Süßigkeiten, Umweltzerstörung, Waffenfabriken, Tier- und Laborversuche und natürlich all die Ressourcen die von uns reichen Industrienationen aus den Entwicklungsländern geplündert werden. Diese verursachen eigentlich zum größten Teil unsere Kriege.

Da erst erkannte ich, dass ich die Welt bis dahin im falschen Licht gesehen habe. Wie ein westlicher Arzt, der einen Patienten untersucht und sich mehr auf die Symptome konzentriert, als sich auf den ganzen Menschen einzulassen. Das Ganzheitliche zu erkennen und nicht nur einen Teil, das erst ergibt doch einen Sinn! So begann ich, diese „soziale Homöopathie“s selbst auszuprobieren.“

Mark glaubt seitdem, das viele Probleme in der Welt heute aus der Tatsache genährt sind, dass wir nicht mehr direkt die Konsequenzen unseres eigenen Handelns sehen müssen. Und erst recht nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden. Wir schwimmen in dem globalen Wohlstandssystem mit.

Das katastrophale Ausmaß zwischen dem Verbraucher und dem, was er mit seinem Konsum tagtäglich verursacht ist allerdings so groß geworden, dass wir uns nicht mehr der Zerstörung und dem Leid von Mensch und Tier bewusst sind, die wir damit aber unweigerlich auslösen. Und was es am Schmieren hält, ist Marks Meinung nach das Geld.


Foto: Facebook | Mark Boyle

„Wir sind die einzige Spezies, aus Millionen anderer Arten auf dem Planeten, die wirklich denken, dass es Geld braucht, um sich zu ernähren.“

Seit November 2008 hat sich Mark für ein Leben ohne Geld entschieden und wurde stattdessen ein Umweltaktivist. Trotz vieler Kritik am Anfang hat diese Entscheidung nicht nur einen neuen und breiteren Horizont für Mark eröffnet, sondern mit seinem Handeln hat er auch Tausende von Menschen auf der ganzen Welt inspiriert.

Wie lebst du ohne Geld? Wie ernährst du dich ohne Geld?

Das sind natürlich die gängigsten Fragen, die Mark zu hören bekommt. Mark antwortet immer wieder: „Das Essen ist frei, und auch das Recht dazu. Der Baum fragt dich nicht, ob du genug Geld hast, um seine Früchte zu sammeln. Was ich so seltsam finde, ich sehe oft Leute, die an freiem Essen einfach vorbeilaufen. Stattdessen kaufen sie sich im Supermarkt Lebensmittel, die aus der ganzen Welt her geschifft oder eingeflogen werden müssen.“

Mark Boyle will nun sein Leben in Harmonie und mit Respekt seiner Umwelt gegenüber führen: „Durch die Kultivierung unserer eigenen heimischen Lebensmittel müssten wir nicht ein Drittel verschwenden, wie wir es jetzt tun. Wenn wir unsere Tische und Stühle selbst bauen würden, wollen wir sie nicht loswerden wollen, nur weil wir mal eben einen anderen Stil plötzlich bevorzugen. Und wenn wir unser Trinkwasser reinigen würden, würden wir vielleicht nicht so viel sauberes Wasser benutzen, um uns zu waschen.“


Foto: Facebook | Mark Boyle

Nach einer langen Reflexion kam Mark zu dem Schluss, dass der so genannte „Fair Trade“ nicht ausreicht, um all die menschlichen Fehler zu reparieren. Obwohl die Bio-Lebensmittelindustrie versucht uns ein ökologischeres Leben zu geben, schadet es immer noch der natürlichen Umwelt und ihren Ressourcen.

Die Gründe sind unter anderem, die große Anzahl von Kunststoffverpackungen, ein wichtiger Nahrungsmittelabfall und der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Firmen. Auch bei den Bio-Labels.

„Wenn die Luft, die ich einatme, verschmutzt ist, wenn die Nährstoffe aus dem Boden, die mein Essen produziert haben, ausgelaugt sind und wenn 60 % des Wassers meines Körpers vergiftet werden, dann wird meine Gesundheit entsprechend leiden“, schrieb er.


Foto: Facebook | Mark Boyle

Nachdem er die enge Beziehung zwischen dem Menschen und den verschiedenen Kreaturen erkannt hatte, entschied sich Mark Boyle, einen gesunden Lebensstil in Harmonie mit der Natur zu übernehmen.

Bezüglich des wichtigsten Bedürfnisses des Menschen, nämlich das, sich ernähren zu müssen, zeigt Mark, dass er sich mit Obst und Gemüse, Kartoffeln, Bohnen, Karotten, Kürbissen, Zwiebeln und Rüben sehr wohl gesund ernähren kann. Er verbringt auch viel Zeit auf der Suche nach etwas in der Wildnis zu finden wie, Beeren, Pilze und Nüsse.

Auch für die Heilmedizin verwendet er Pflanzen aus der Natur. Jedes Kraut, jede Pflanze weist bestimmte Eigenschaften auf, die alle für die Gesundheit nützlich sind. Der Rest seiner Nahrung kommt aus Resten von lokalen Restaurants und Lebensmittelgeschäften und aus dem Tausch mit Einheimischen, die ihm nachhaltige Nahrungsquellen anbieten.


Foto: Facebook | Mark Boyle

Selbst anzubauen und zu kochen schenkt Mark ein Glücksgefühl, das er nie zuvor so gefühlt hat.

„Ich sehe den im Winter aufsteigenden Mond und den Sonnenuntergang im Sommer, wenn ich mein Abendessen vorbereite. Vögel in den Bäumen um meine Küche sind mein neues Fernsehprogramm geworden. Und während ich das Wild beobachte, habe ich viel mehr über die Natur gelernt, als bei allen Dokumentationen, die ich im Fernsehen gesehen habe.“

Obwohl er kein Geld besitzt, genießt Mark nur noch einen materiellen Komfort. Er wäscht sich im Bach oder mit einer Solardusche (vorzugsweise im Sommer). Er verwendet selten Seife, in welchem ​​Fall er die Samen der Saponaria Pflanzen verwendet, die frei wächst. Die Zahnpasta ist eine Mischung aus Tintenfischknochen und wilden Fenchelsamen.

Um eine gewisse Distanz zu bekommen, entschied er sich für ein Fahrrad: „60 km mit dem Fahrrad nach Bristol zu fahren, benötigt sicherlich viel mehr Zeit und Energie, als mit dem Bus oder Zug zu fahren. Aber es ist auch eine wirtschaftlich günstigere Alternative als zu meinem alten Abonnement fürs Fitnessstudio. Ich finde Radfahren viel angenehmer, als Motorfahrzeuge zu fahren. Der Punkt ist, dass ich es vorziehe, meine Zeit sinnvoller zu nutzen, wie z. B. mein Brot selbst backen, anstatt, Fernsehsendungen im so genannten „Wohnzimmer“ anzustarren.“

Sein Haus und Grundstück besteht aus einem Wohnwagen sowie einer Küche, die er aus Recyclingmaterial in seinem natürlichen Garten gebaut hat.


Foto: Facebook | Mark Boyle

Mark behielt als einzige Elektrogeräte seinen Laptop und sein Handy. Nur um in Kontakt mit seinen Verwandten zu bleiben. Er installierte ein einziges Solarpanel auf seinem Wohnwagen, als er diesen Lebensstil begann und mit dem bisschen Strom kann er die Technologie betreiben.

Es ist schwer vorstellbar, dass Mark Boyle es geschafft hat, ohne Geld für fast 10 Jahre zu leben. Man könnte meinen, dass ein Mangel gefühlt werden könnte, aber er empfindet es tatsächlich als eine wunderbare Erfahrung.

„Ironischerweise habe ich die letzten zwei Jahre als die wirkliche Erfüllung meines Lebens empfunden. Ich habe mehr Freunde in meiner Gemeinde als je zuvor. Seitdem bin ich nicht einmal krank gewesen, und ich habe mich noch nie so gut gefühlt. Ich entdeckte, dass Freundschaft, nicht Geld, eine echte Sicherheit ist. Die westliche Armut ist meist psychologischer und seelischer Natur“, schrieb er.

Seine Bücher sind mittlerweile Bestseller. Aber was macht er eigentlich mit diesem Geld?


Foto: Facebook | Mark Boyle

(jr)

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