Kontroverse Studie: Die Griechen waren lange vor den Wikingern in Amerika

Epoch Times14. February 2018 Aktualisiert: 14. Februar 2018 15:46
Wissenschaftler wollen in dem Werk eines antiken Schriftstellers den Beweis gefunden haben, dass die Griechen bereits vor den Wikingern in Amerika landeten. Dies geht aus einer neuen kontroversen Studie hervor.

Die alten Griechen hätten 56 nach Christus Kanada erreichen können, fast ein Jahrtausend vor den Wikingern. Dies geht aus einer kontroversen Studie hervor. Darin wird behauptet, dass die Griechen in der hellenistischen Zeit detaillierte Kenntnisse der Astronomie erlangten. Somit sei es ihnen möglich gewesen, die Atlantikströmungen zu bestimmen, die sie nach Westen treiben würden.

Historische Quellen als Beweis

Diese Idee basiert auf einer Studie über den Text „De Facie“ des griechischen Schriftstellers Plutarch. Er lebte zwischen 45 und 125 nach Christus und verfasste zahlreiche biografische und philosophische Schriften, in denen er sein erlangtes Wissen weitergab.

In einen dieser Texte berichtet eine Person von einem Treffen mit einem griechischen Fremden, der vor Kurzem von einem „großen Kontinent“ zurückgekehrt war. Einige Wissenschaftler sind der festen Überzeugung, dass es sich hierbei um den Kontinent Amerika handeln könnte.

Angetrieben von Segeln und Rudern, haben sie Neufundland regelmäßig besucht, Gold abgebaut und Kolonien gegründet, die seit Jahrhunderten gediehen, behauptet die Studie. Es gibt jedoch keine handfesten Beweise für diese Reisen und viele Historiker und Archäologen haben das Werk als „unzutreffend“ abgetan.

„Unser Ziel ist es, mit moderner Wissenschaft zu beweisen, dass diese Reise möglich war“, sagt Ioannis Liritzis, Archäologe der Universität von Aegean zum Hakai Magazine.

Plutarch schrieb unzählige Biografien über berühmte Römer und Griechen

Diese frühen Siedler sind möglicherweise wegen der Suche nach neuen Ländern oder Reichtümern gereist, sagen die Forscher. Sie glauben, dass einige Reisende nach einem kurzen Aufenthalt nach Hause zurückkehrten. Doch für andere war die Reise eine Einbahnstraße.

Die Forscher bestätigen offiziell, dass sie keine direkten Beweise dafür haben, dass diese Reisen unternommen wurden. Dennoch glauben sie, dass solche Fahrten möglich waren, genauso wie es die Schriften von Plutarch nahelegen.

Plutarch schrieb mehr als sechzig detaillierte Biografien berühmter Römer und Griechen, die in seinen Parallelbiografien ausführlich beschrieben sind.

Diese Theorie basiert auf Beweisen aus Plutarchs Werk „De Facie“, auch bekannt als „Das Mondgesicht“. In diesem Werk diskutieren die Figuren darüber, ob der Mond eine andere Erde ist, ob er Leben hat und andere philosophische Fragen. Ein Charakter erzählt dabei von einem Fremden, der vor Kurzem von einem „großen Kontinent“ zurückgekehrt war.

Dr. Liritzis und seine Kollegen glauben, dass dieser Kontinent tatsächlich Nordamerika war, insbesondere Neufundland.

Dies ist nicht das erste Mal, dass diese Theorie vorgeschlagen wurde.

Johannes Kepler, ein deutscher Mathematiker und Astronom, der eine Schlüsselfigur in der wissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts war, glaubte auch, dass dies ein Hinweis zu dem Bezug von Griechen und Nordamerika sei.

Der Fremde erzählt, wie Reisende alle 30 Jahre die Reise machten, wenn Saturn im Sternbild Stier auftauchte.

Die alten Griechen verfolgten die eng mit dem Saturn verbundenen astronomischen Phänomene, die zu jener Zeit Kronos genannt wurden. Das deutet darauf hin, dass diese Reisen seit Jahrhunderten alle 30 Jahre stattgefunden haben könnten.

Unglücklicherweise sind die ersten Kapitel des Werkes verloren gegangen, sodass niemand weiß, an welchem ​​Datum diese Gespräche stattfanden. Also mussten die Forscher die Geschichte selbst datieren. Sie konzentrierten sich dabei auf die Beobachtung eines Charakters. Dieser habe eine seltene Konstellation während einer Sonnenfinsternis beobachtet, die um die Mittagszeit aufgetreten sei.

Dr. Liritzis und seine Kollegen durchforsteten Aufzeichnungen von bis zu 5.000 Jahre alten Finsternissen. Tatsächlich fanden sie eine, die der Beschreibung in Plutarchs Schriften entsprach. Diese fand 75 nach Christus statt.

Als Nächstes betrachteten sie die Jahrzehnte vor und nach der Sonnenfinsternis, um zu beweisen, dass Saturn im Stier erschien. Insgesamt fanden die Forscher drei Gelegenheiten, bei denen die Sternenkonstellation eintrat: 26 bis 29 nach Christus, 56 bis 58 nach Christus und 85 bis 88 nach Christus.

Mit Google Earth zur Seeroute

„Durch die Anwendung moderner wissenschaftlicher Daten hat die gegenwärtige Neubewertung der astronomischen und geografischen Elemente in diesem Dialog eine neue Interpretation von Datum und Ort des Treffens und einer Reise in den Nordatlantik ergeben“, schreiben die Forscher in ihrem Artikel der Zeitschrift für Küstenforschung Online.

Sie berücksichtigten dabei auch den Golfstrom sowie andere bekannte Meeresströmungen im Nordatlantik und die geschätzte Geschwindigkeit für das Schiff.

Mit Hilfe von Google Earth prognostizierten sie, dass griechische Siedler den St. Lawrence Golf und die Insel Neufundland erreichen könnten.

„Andere Inseln, die in diesem Dialog erwähnt werden, werden mit Norwegens Inseln, den Azoren, Island, Grönland und den Baffin-Inseln identifiziert“, ergänzten die Forscher weiter.

Andere Experten bestreiten diese Theorie

„Obwohl es klug und interessant ist, glaube ich nicht, dass die Griechen Kanada erreicht haben“, sagte Dr. Hector Williams von der University of British Columbia gegenüber MailOnline.

„Tatsächlich geben die Autoren selbst zu, dass es keine archäologischen oder anderen historischen Beweise dafür gibt, dass die Griechen jemals den Atlantik überquert haben“, sagte er.

„Eine solche Überquerung könnte theoretisch möglich sein – es gibt zahlreiche Beispiele von japanischen Fischerbooten, die in Stürmen über den Pazifik gelangen und von Strömungen getragen werden, die zum Beispiel von West nach Ost verlaufen. Aber die Griechen haben es selten geschafft den Atlantik zu passieren“.

Brendan Foley, ein Unterwasserarchäologe an der Universität Lund in Schweden, erzählte dem Hakai Magazine, dass es unmöglich gewesen sei, dass die Mittelmeer-Segler des ersten Jahrtausends vor Christus mit den Strömungen des Atlantiks vertraut gewesen seien.

„Sie hatten sicherlich nicht die Navigationstechnologien und das Wissen (à la polynesische Seefahrer), um sich im offenen Atlantik zu positionieren“, sagte Dr. Foley.

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