Blumen aus der Kreidezeit gefunden – sie sehen aus, als wären sie gerade erst gepflückt worden

Über Millionen von Jahren sterben unzählige Pflanzenarten aus und nur wenige von ihnen werden durch Zufall konserviert, sodass die Menschen von ihrer einstigen Existenz wissen. Diese seltenen Funde geben einen einmaligen Einblick in eine längst vergangene Welt und zeigen, wie die Pflanzen vor dem Beginn der Menschheit aussahen.

Bereits 2001 entdeckte man sieben Bernsteine mit darin eingeschlossene Blüten in einer Mine in Myanmar (auch Burma genannt). Nach ihrer Bergung wurden die Bernsteinfossilien wissenschaftlich untersucht und die Forschungsergebnisse vor Kurzem in der Zeitschrift Palaeodiversity veröffentlicht.

Die neu entdeckte Art Tropidogyne pentaptera, gehört zu den Angiosperm-Blüten. Mit einem Blütendurchmesser von 3,4 bis 5 mm konnten sie nur mit Hilfe eines Mikroskops untersucht werden. Der Bernstein, der die prähistorischen Pflanzenreste einschloss, bildete sich jedoch bereits vor 99 Millionen Jahren in der Übergangzeit zwischen der Unterkreide und Oberkreide.

„Der Bernstein hat die Pflanzenteile so gut erhalten, dass sie aussehen, als wären sie gerade aus dem Garten gepflückt worden“, sagte Professor George Poinar Jr. von der Oregon State University.

Das Harz, in dem die Blüte eingeschlossen wurden, stammt von dem Araucaria-Baum, welcher mit den heutigen Kauri-Kiefern in Neuseeland und Australien verwandt ist. Diese Bäume produzieren ein spezielles Harz, das besonders resistent gegenüber Witterungseinflüssen ist. Die Dinosaurier rissen vermutlich auf der Suche nach Nahrung die Äste des Tropidogyne pentaptera ab. Die Blüten lösten sich und fielen in das Harz des Araucaria-Baumes, wo sie vollständig davon eingeschlossen wurden.

Durch frühere Forschungen an dem burmesischen Bernstein hat das gleiche Forschungsteam bereits eine ähnliche Spezies derselben Gattung beschrieben und ihr den Namen Tropidogyne pikei gegeben.

Die neueste entdeckte Art Tropidogyne pentaptera und ihre Verwandte Tropidogyne pikei, besitzen ausgedehnte, geäderte Kelchblätter, eine Nektarscheibe und einen einfachen gerippten Fruchtknoten.
T. pentaptera besitzt zwei Fruchtblätter mit zwei schmalen und langen Griffeln. Nur die Rippen des Fruchtknotens haben keine dunkel pigmentierten Endknoten wie die der T. pikei.

Tropidogyne pentaptera und Tropidogyne pikei gehören zu der Familie der Cunoniaceae mit 27 Gattungen und 330 Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gesamte Südhalbkugel.
„Tropidogyne pentaptera war wahrscheinlich ein Regenwaldbaum“, sagt Professor Poinar.

Die fossilen Blüten ähneln in ihrer allgemeinen Form und Aderung der Gattung der Ceratopetalum, die in Australien und Papua-Neuguinea vorkommen. Eine noch existierende Art ist Ceratopetalum gummiferum, der sogenannte New South Wales Christmas Bush, benannt nach seinen Kelchblättern, die sich immer an Weihnachten leuchtend rosa färben.

Eine andere, in Australien weitverbreitete, Art ist Ceratopetalum apetalum, die lediglich Kelchblätter und keine Blütenblätter besitzt. Sein Holz wird für die Produktion von Fußböden und Möbel verwendet.

Hier ein paar Fakten zur Kreidezeit:

  • Die Kreidezeit war vor 145-66 Millionen Jahren.
  • Der durchschnittliche Sauerstoffanteil in der Luft lag bei ca. 30% (150% über dem heutigen Niveau).
  • Aufgrund des hohen Sauerstoffgehalts in der Luft konnten die Lebewesen der Kreidezeit größer werden als die heutigen.
  • Die Bodentemperatur lag durchschnittlich bei 23°C (8,5°C über dem heutigen Niveau).
  • Die Kreidezeit war mit einer Dauer von rund 80 Millionen Jahren die am längsten dauernde Periode in der Geochronologie.
  • Die Kreidezeit wird in Oberkreide (100,5-66 Millionen Jahre) und Unterkreide (145–100,5 Millionen Jahre) unterteilt.
  • Zu dieser Zeit hatte der Zerfall des Kontinents Gondwana bereits begonnen – es kam zur Trennung des heutigen Australien und Antarktika sowie Afrika und Südamerika.
  • Am Ende der Kreidezeit kam es zu einem weltweiten Massenaussterben, bei dem fast alle Tier- und Pflanzengruppen ausgelöscht wurden.

Quelle: Cretaceous Flowers Found Preserved in Burmese Amber

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