Forscher „sehen“ zum ersten Mal kleine Planeten durch winzigste Bewegungen des nahen Sterns „Tau Ceti“

Das erste Mal konnten auch kleinere Planeten in unserer kosmischen Nachbarschaft „gesehen“ werden. Sie machen sich durch kleinste Bewegungen ihres Heimatgestirns Tau Ceti bemerkbar. Ein internationales Forscherteam spekuliert ob zwei dieser Planeten Leben beherbergen könnten.

Könnte es Leben auf Planeten in direkt benachbarten Sonnensystemen geben? Ein internationales Forscherteam beobachtete den nahen Stern Tau Ceti und entdeckten kleinste Taumel-Bewegungen, die auf Planeten in seiner Nähe schließen lassen. „Eartsky.org“ berichtete.

Die Forscher entwickelten eine neuartige Methode, die das Erkunden selbst von kleinen Planeten ermöglicht und entdeckten vier Planeten um Tau Ceti. Ihren Forschungen nach befinden sich zwei Planeten des Sterns, so wie Erde und Mars im Sonnensystem, in der sogenannten habitablen Zone.

Sie könnten also ähnlich der Erde flüssiges Wasser und damit Lebens beherbergen. Die Planeten sind etwa 1.7-fach so groß, wie die Erde und machen sie zu den kleinsten Planeten, die je um einen sonnenähnlichen Stern entdeckt wurden.

Rauschen von Tau Ceti unterdrückt: Anspruchsvolle Modelle und Kombination großer Datensätze lassen klarer blicken

„Wir überschreiten jetzt die Schwelle, an der es uns möglich ist, über sehr anspruchsvolle Modelle und unter Kombination großer Datensätze mehrerer unabhängiger Beobachter das Rauschen der Oberflächenaktivität des Sterns aus den winzigen Taumel-Bewegungen herauszurechnen, die durch die Schwerkraft von so kleinen Planeten, wie der Erde, verursacht werden“, so Co-Autor Steven Vogt, Professor für Astronomie.

Solche Taumelbewegungen sind natürlich, denn Sonnen drehen sich nicht um ihren eigenen Mittelpunkt. Die Bewegung erfolgt um ein gemeinsames Schwerezentrum mit dem jeweiligen Planeten. Dadurch scheinen sie am Himmel hin- und herzuwackeln. Diese Drehpunkte können, wie beim System Jupiter-Sonne, sogar außerhalb der Sonne liegen.

Tau Ceti ist mit bloßem Auge im Sternbild Wahlfisch am Herbsthimmel zu sehen und befindet 11,9 Lichtjahre von uns entfernt – also fast 760.000 Mal so weit wie die Strecke Erde-Sonne (1.5 Mio Kilometer). Wegen der gigantischen Entfernung war die Ermittlung dieser Bewegungen sehr schwierig. Tau Ceti gehört zu den 33 sonnennahen Sternen im Umkreis von 12,5 Lichtjahren.

„Die Erfassung von solch kleinen Taumel-Bewegungen ist ein Meilenstein auf der Suche nach erdähnlichen Planeten und unserem Verständnis der Bewohnbarkeit der Erde im Vergleich zu ihren Verwandten“, so der Hauptautor Fabo Feng.

In einem Statement, das die Entdeckung beschreibt, heißt es: Zwei der vier um Tau Ceti entdeckten Planeten sind möglicherweise Kandidaten für bewohnbare Welten. Allerdings zeigt eine Schmutzwolke um den Stern eine mögliche Reduzierung der Bewohnbarkeit wegen intensiver Bombardements durch Asteroiden und Kometen.

Tau Ceti gehört übrigens zu den 33 sonnennahen Sternen im Umkreis von 12,5 Lichtjahren.

Das Forschungspapier wurde durch das Astrophysical Journal zur Publikation akzeptiert und ist seit dem 7. August 2017 Online verfügbar.

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