Im Eis der Antarktis öffnet sich ein geheimnisvolles „gigantisches Loch“ – so groß wie Irland

Im Eis der Antarktis wurde kürzlich ein merkwürdiges, extrem eisfreies Gebiet von über 80.000 Quadratkilometern entdeckt. Die Wissenschaftler untersuchen noch immer warum sich das riesige Loch nach fast 40 Jahren wieder geöffnet hat und ob der Klimawandel dabei eine Rolle gespielt haben könnte.

Satellitenbilder zeigen ein geheimnisvolles Loch- das mit 80.290 km² fast so groß ist wie Irland – das mitten im zugefrorenen Weddell-Meer östlich der Antarktischen Halbinsel aufgetaucht ist.

Das Ergebnis wurde letzten Monat von einer Gruppe von Forschern, darunter Wissenschaftler der Universität Toronto und des Projektes „Südpolarmeer CO2“, sowie „Klima-Überwachung und -Forschung“ (Southern Ocean Carbon & Climate Observations and Modeling, SOCCOM), unter Beobachtung des Gebietes mit Satellitentechnologie gemacht.

„Es sieht so aus, als hättest du gerade ein Loch ins Eis geschlagen“, sagte Kent Moore, Professor an der Universität Toronto Mississauga, gegenüber Motherboard.

Das Loch, bekannt als „Polynya“, ist ein großes eisfreies Gebiet, umgeben von Meereis. Die Weddell-Polynya wurde Mitte der 70er Jahre entdeckt. Das Loch öffnete sich wieder, nachdem es etwa 40 Jahre lang geschlossen blieb. Letztes Jahr wurde auch eine Polynya gebildet, aber diese war nicht so groß wie die vor kurzem entstandene.

„Im tiefsten Winter haben wir für mehr als einen Monat dieses Gebiet des offenen Wassers gehabt“, sagte Professor Kent Moore, wie National Geographic berichtete. „Bemerkenswert, dass diese Polynya 40 Jahre lang verschwunden ist und dann wieder zurückkam.“

Die Polynya liegt weit im „Eis-Inneren“

Mit einer Größe von ca. 80.290 Quadratkilometern ist diese Polynya das größte Loch, das seit den 1970er Jahren im Weddell-Meer der Antarktis beobachtet wurde. Was Moore verwundert ist, dass sich diese Polynya weit im „Eis-Inneren“ befindet und somit durch unbekannte Prozesse entstanden sein muss.

„Das ist Hunderte von Kilometern vom Eisrand entfernt. Wenn wir keinen Satelliten hätten, wüssten wir nicht, dass sie dort ist“, erklärte Moore.

Die Weddell-Polynya besteht trotz Meereis-Drift fort

Der strenge Winter in der Antarktis kann es den Forschern auch schwer machen, sie zu studieren. „Für uns ist dieser eisfreie Bereich ein wichtiger Punkt zur Sammlung von Daten, mit denen wir unsere Klimamodelle abgleichen können“, sagte Dr. Torge Martin, Meteorologe und Klimaforscher der GEOMAR Forschungsabteilung „Meeresströmungen und Klimadynamik“ („Oceans Circulation and Climate Dynamics“), gegenüber MailOnline. „Sein Auftreten nach mehreren Jahrzehnten bestätigt auch unsere bisherigen Berechnungen.“

Die Forscher versuchen auch herauszufinden, ob die Polynya durch den Klimawandel verursacht wurde. Moore sagte es sei immer noch „verfrüht“, den Klimawandel dafür verantwortlich zu machen.

Mit fortschrittlicheren Beobachtungsinstrumenten als vor 40 Jahren wollen die Forscher herausfinden, was das Wiederauftreten dieser Löcher auslöst. „Wir versuchen immer noch herauszufinden, was los ist“, fügte Moore hinzu.

Sie glauben jedoch, dass die Polynya einen weitreichenderen Einfluss auf die Temperatur des Ozeans haben wird. „Wenn das Meereis erst einmal geschmolzen ist, haben Sie diesen riesigen Temperaturkontrast zwischen dem Ozean und der Atmosphäre“, sagte Moore. Darüber hinaus fügte er hinzu: „Wir wissen nicht genau, welche langfristigen Auswirkungen diese Polynya haben wird.“

Quelle: Mysterious ‘gigantic hole’ the size of Ireland opens up in Antarctica’s ice. Experts aren’t sure why

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