Schatzsucher findet seltene Artefakte aus der Römischen Kaiserzeit

Als sein Metalldetektor begann wie wild zu piepen, ahnte er noch nichts von seinem seltenen Glücksfund.

Der britischen Amateur-Historiker Mike Smale, aus Playmouth, war eines Morgens mit ein paar Freunden auf einem Feld unterwegs. Mit dabei: ein Metalldetektor, der bereits nach kurzer Zeit zu piepen begann. Der 35-Jährige entdeckte Hunderte römische Silbermünzen, die, wie sich später herausstellte, extrem selten sind.

Nachdem Mike die ersten Münzen entdeckte, rief er sofort die zuständigen Beamten, die das Gebiet absteckten. Insgesamt wurden circa 600 Münzen ausgegraben. „Es ist unmöglich zu sagen, welchen Wert sie genau haben, dass hängt von zu vielen Faktoren ab. Wie selten sie sind, in welchem Zustand sie sich befinden, und solche Dinge“, sagte der Finder.

Experten vermuten, dass die Münzen in einem Keramikgefäß niedergelegt wurden. Dieses Gefäß wurde später von einem Pflug zerstört und die Münzen auf dem Feld zerstreut. „Es ist ein toller Fund, mein Größter, aber ich werde nicht aufhören. Es macht Spaß und ich bleibe dabei“, sagte Mike. „Ich hatte eine Idee, was es sein könnte. Ich hatte schon ein oder zwei römische Denare an diesem Morgen gefunden.“

Mike war ziemlich erstaunt, dass die Münzen des Hortes, der um 32 v. Chr. entstand, wie neu aussahen. Eine einzelne Münze könnte bis zu 1.000 € wert sein.

Jedes Jahr organisiert Sean McDonald vom Detectorists Club Feldbegehungen, bei dem auch dieser Hortfund zutage trat. „Die Archäologen, die es ausgegraben haben, konnten nicht glauben, was sie sahen, weil diese Münzen so selten sind „, sagte er.

Doch bevor Schatzjäger in Deutschland voller Freude aufbrechen und über Felder streifen: Für derartige Begehungen ist eine Sondergenehmigung des zuständigen Landesamtes nötig.

Aus archäologischer Sichtweise werden Schatzsucher sehr ungern gesehen, da einige von ihnen die Funde sofort aus der Erde reißen und damit begleitende Befunde (z.B. Bodenverfärbung durch bestimmte Materialien wie Holz) zerstören. Das wiederum erschwert die spätere Einordnung der Funde bzw. macht sie gänzlich unmöglich.

Mike sagte: „Bridport ist sowieso ein Knackbereich, es ist sehr geschichtsträchtig, aber ein Fund wie dieser ist beispiellos.“

Der Wert der Münzen wird zunächst noch ermittelt, bevor diese dann an ein Museum verkauft werden. Der bisherige geschätzte Gesamtwert des 2.000 Jahre alten Münzhorts liegt bei rund 250.000 €. Die Gewinne aus dem Verkauf der seltenen Münzen werden zwischen dem Landwirt, dem das Land gehört und Smale, dem Finder der Münzen, aufgeteilt.

Ein Experte, der Fotos der Münzen betrachtete, verweist auf einige römische Götter, die zur Zeit der Römischen Republik (509 – 31 v. Chr.) auf die Münzen geprägt wurden. Des Weiteren befinden sich Münzen in dem Hort, die aus der Zeit von Marcus Antonius und Kleopatra stammen, also aus dem 1. Jahrhundert vor Christus.

„Die republikanischen Münzen und die von Antonius wurden vor der römischen Invasion Großbritanniens 43 n. Chr. ausgegeben und wären in den Taschen der römischen Soldaten und Bürger gleichermaßen verteilt gewesen“, sagte der Münzhändler Dominic Chorney von A. H. Baldwin & Sons.

Diese Funde sind in Großbritannien allerdings keine Seltenheit. Erst kürzlich entdeckte ein Hobbyarchäologe im Südwesten Englands ein Tongefäß mit 52.000 römischen Münzen aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Ebenso viel Glück hatte ein weiterer Hobbyarchäologe aus Staffordshire. Dieser entdeckte bis zu 1.500 Fundstücke aus Gold und Silber. Von den insgesamt 6,3 kg schweren Funden, sind allein 5 kg aus Gold. Experten datieren den Fund in das 7. Jh. n. Chr., also aus die Zeit der Angelsachsen.

Quelle: Treasure hunter’s metal detector beeped like crazy—what’s found dated back to age of Cleopatra

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