Wer waren die „ersten“ Menschen, die Amerika betraten?

Wann und wie genau diese erste Besiedlung des Amerikanischen Kontinentes stattfand, ist bis heute nicht eindeutig geklärt und stark umstritten. Doch DNA Analysen ergeben neue Erkenntnisse.

Genetische Analyse der DNA eines 6-Wochen-Alten Säugling hat eine vorher unbekannte prähistorische Population von Menschen in Nordamerika aufgedeckt. Die Begräbnisstätte des Säuglings liegt im Inneren Alaskas und wurde 2013 entdeckt.

Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden, stellen eine große Veränderung für die Theorien der Wissenschaftler dar, wie Menschen Nordamerika bevölkerten.

Forscher nannten die neue Gruppe „Ancient Beringians“ („Alte Beringer“)

„Wir wussten nicht, dass es diese Population gibt“, sagte Ben Potter, Professor für Anthropologie an der University of Alaska Fairbanks. „Diese Daten liefern auch den ersten direkten Beweis für die anfänglich gegründete indianische Bevölkerung. Sie wirft ein neues Licht darauf, wie diese frühen Bevölkerungsgruppen in ganz Nordamerika wanderten und sich niederließen.“

Genetische Analysen und demografische Modellierungen deuten darauf hin, dass eine einzelne Gründungsvätergruppe der Indianer vor etwa 35.000 Jahren von den Ostasiaten getrennt wurde. Dann, vor etwa 20.000 Jahren, teilte sich diese Gruppe in zwei Gruppen auf: Die alten Beringer und die Vorfahren aller anderen Indianer.

Die DNA des Säuglings, der von den Einwohnern als „Xach’itee’aanenh T’eede Gaay“ (übersetzt „Mädchen des Sonnenaufgangs“) bezeichnet wird, hat einen beispiellosen Einblick in die Geschichte ihres Volkes gegeben, sagte Potter.

Sie und ein jüngeres Säuglingsmädchen, das 2015 am Upward Sun River gefunden wurde, lebten vor etwa 11.500 Jahren. Zudem waren sie eng miteinander verwandt, wahrscheinlich Cousinen. Das jüngere Mädchen trägt den Namen „Ye?kaanenh T’eede Gaay“ (übersetzt „Mädchen der Dämmerung“).

„Diese neuen Informationen werden uns ein genaueres Bild der Geschichte der Ureinwohner Amerikas ermöglichen. Es ist deutlich komplexer, als wir dachten.“, sagte Potter.

Zwei mögliche Besiedlungswege kommen in Betracht

Die Ergebnisse deuten auch auf zwei neue Szenarien für die Besiedlung der Neuen Welt hin. Zum einen gab es zwei verschiedene Gruppen von Menschen, die vor 15.700 Jahren die beringische Landbrücke überquerten. Am Ende der letzten Eiszeit verband, aufgrund des niedrigen Wasserspeigels, ein 1600 Kilometer breiter – so breit wie Alaska – und fast 5000 Kilometer langer Korridor die Kontinente Asien und Nordamerika.

Eine Zweite ist, dass eine Gruppe von Menschen die Landbrücke überquerte und sich dann in Beringia in zwei Gruppen aufteilte: Alte Beringer und andere Ureinwohner Amerikas, wobei Letztere sich vor 15.700 Jahren südlich der Eisschilde bewegten.

Die Menschen gehörten zu einer bislang unbekannten Population

Potter’s Arbeit am Upward Sun River hat sich über ein Jahrzehnt erstreckt. Er sagte, dass das Team zu Beginn erwartete, dass es mit dem genetischen Profil anderer nordamerikanischer Ureinwohner übereinstimmen würde. Stattdessen passte es zu keiner anderen bekannten antiken Bevölkerung.

Dies deutet darauf hin, dass das alte beringische Volk Tausende von Jahren im hohen Norden verweilte, während sich die Vorfahren anderer Indianervölker südlich über den Rest Nordamerikas ausbreiteten. Die DNA-Ergebnisse deuten darauf hin, dass Athabascan Vorfahren wieder nach Norden zogen, möglicherweise vor etwa 6.000 Jahren.

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann teilen Sie ihn mit Ihren Freunden und geben Sie uns ein Like auf Facebook! So helfen Sie uns, noch mehr geniale Geschichten aus aller Welt aufzuspüren und mit Ihnen zu teilen.

Haben Sie selbst etwas Geniales erlebt, oder ein geniales Thema, Bild oder Video, das wir posten sollen? Dann schicken Sie uns Ihre Geschichte im Messenger.