Aktuelle Nachrichten – Klima
05.06.2007
Bonn – Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sieht Deutschland bei Klimaschutz derzeit auf dem ersten Platz, die USA dagegen weit abgeschlagen am Ende. Die Organisation veröffentlichte am Dienstag in Bonn einen Vergleich der G-8-Staaten und der fünf am Gipfel in Heiligendamm teilnehmenden Schwellenländer. Zusammen seien die acht wichtigsten Industriestaaten sowie Mexiko, Brasilien, Indien, Südafrika und China für 73 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich.
Der Klimaschutzindex von Germanwatch berücksichtigt nicht nur die absolute Höhe, sondern vor allem auch den Trend der jeweiligen CO2-Emissionen. Bewertet von 56 internationalen Experten gehe zudem das klimapolitische Verhalten der Staaten in die Rechnung ein, erklärte die Organisation.
Dieser Rechnung zufolge liegt Deutschland derzeit auf Platz eins, trotz Umsetzungsmängeln, wie Germanwatch anmerkte. Es folgen Großbritannien und Frankreich. Bei den Schwellenländern schnitten vor allem Mexiko, Brasilien und Indien auf den Plätzen vier, fünf und sechs gut ab. Der geringe Pro-Kopf-Ausstoß und – etwa im Fall von Mexiko – die konstruktive Rolle bei Klimaschutz-Verhandlungen schlage hier zu Buche.
Die Plätze sieben bis neun in dem Index belegen Japan, Italien und Südafrika. China habe sich trotz der stark steigenden Emissionen wegen recht positiver nationaler und internationaler Politikansätze etwas verbessert und liege nun auf Platz zehn, gefolgt von Russland und Kanada, erklärte Germanwatch. Die US-Regierung dagegen schneide nicht nur wegen ihrer schlechten absoluten Emissionsdaten und Emissionstrends, sondern auch wegen ihrer national und international wenig konstruktiven Klimapolitik schlecht ab. Sie belege den 13. und letzten Platz.
http://www.germanwatch.org/klima/g8.htm (AP)