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Verkauf ja oder nein Gerüchte lassen Postbank-Kurs in die Höhe schnellen

DAPD

25.06.2008

Frankfurt/Main – Gerüchte über einen bevorstehenden offiziellen Startschuss für den Verkauf der Postbank haben am Mittwoch den Aktienkurs des Geldinstituts in die Höhe schnellen lassen. Der DAX-Wert legte an der Börse in Frankfurt am Main zeitweise um mehr als 9 Prozent zu. Widersprüchliche Meldungen gab es über ein mögliches Zusammengehen mit Dresdner Bank und Commerzbank.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ FAZ schrieb am Mittwoch, spätestens bis Ende der Woche sei mit einem offiziellen Startschuss für den Verkauf zu rechnen. Die Deutsche Post AG, die mit 50 Prozent und einer Aktie noch die bestimmende Mehrheit bei der Postbank hält, wollte sich dazu nicht äußern.

Seit der damalige Post-Vorstandschef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, Ende 2007 hatte anklingen lassen, die mit 14,5 Millionen Kunden größten deutsche Privatkundenbank könne mit einem anderen großen Geldhaus zusammengehen, wurde immer wieder über den Zeitplan und mögliche Käufer spekuliert. Deutsche Bank und Commerzbank meldeten sogar öffentlich Interesse an. Andererseits betonte der neue Post-Chef Frank Appel, er wolle das „Luxusproblem Postbank“ ohne Zeitdruck angehen.

Eines der in Medienberichten diskutierten Modelle zielt auf ein Zusammengehen von Postbank, Dresdner Bank und Commerzbank ab. Nach Einschätzung von Branchenexperten würde eine solche Dreierlösung allerdings die meisten Arbeitsplätze kosten. Andererseits könnte sich Dresdner-Mutterkonzern Allianz so seines „Sorgenkindes“ entledigen.

Interessenten auch aus dem Ausland

Die FAZ berichtete am Mittwoch, Dresdner Bank und Commerzbank seien inzwischen aus dem Rennen, weil sie sich untereinander nicht einig seien. Dagegen meldete „Welt Online“, Allianz und Commerzbank planten, der Deutschen Post in Kürze ein neues Angebot zu unterbreiten. Die Tageszeitung berichtete in ihrer Internet-Ausgabe unter Berufung auf Finanzkreise, darauf hätten sich am Wochenende hochrangige Vertreter der Post und der beiden Finanzdienstleister geeinigt, nachdem die Post ein vorheriges Angebot als zu niedrig abgewiesen habe.

Neben Dresdner und Commerzbank hatte in den vergangenen Monaten auch die Deutsche Bank Interesse an einer Übernahme der Postbank bekundet. Andererseits sollen auch ausländische Geldinstitute wie die spanische Santander, die britisch Großbank Lloyds oder die französische BNP Paribas Interesse zeigen. Auch die belgisch-niederländische Fortis-Gruppe wurde genannt.

Rund 22.000 Beschäftigte

Der Börsenkurs der Postbank ist seit Aufkommen der Verkaufsgerüchte im Herbst 2007 von knapp 44 Euro auf zeitweise über 66 Euro gestiegen. Am Mittwoch lag er bei 58 Euro, was den Wert der Postbank mit 9,55 Milliarden Euro beziffern würde.

Bei der Postbank arbeiten nach Unternehmensangaben rund 22.000 Beschäftigte. Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis hat mehrfach vor einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen gewarnt, wenn eine Fusion unter in Deutschland bereits tätigen Banken zustandekommt. ver.di würde deshalb nach den Worten von Kocsis, die auch stellvertretende Post-Aufsichtsratsvorsitzende ist, einen Käufer aus dem Ausland bevorzugen. (AP)

 

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