Billionengeschäft Krankheit: Geheilter Patient – verlorener Kunde?

2014 überschritt der Gesamtumsatz der Pharmabranche zum ersten Mal eine Billion Dollar, bis heute ist er weiter angestiegen. Woher kommt dieses Ungleichgewicht? Ein Blick auf die Tücken des aktuellen Gesundheitssystems erklärt dessen strukturelle Schwächen und zeigt, warum "Big Pharma" auf der Gewinnerseite dieses Systems steht.

Wie ist das möglich? Auf der einen Seite ein sich stetig verschlechternder Gesundheitszustand der Gesamtbevölkerung: Explodierende Raten von Krebs, Herzkrankheiten und Autismus. Patienten fühlen sich vernachlässigt, oft sogar betrogen. Auf der anderen Seite eine boomende Medikamentenindustrie: 2014 überschritt der Gesamtumsatz der Pharmabranche zum ersten Mal eine Billion Dollar, bis heute ist er weiter angestiegen.

Woher kommt dieses Ungleichgewicht? Ein Blick auf die Tücken des aktuellen Gesundheitssystems erklärt dessen strukturelle Schwächen und zeigt, warum „Big Pharma“ auf der Gewinnerseite dieses Systems steht.

„Studien belegen…“
„Laut Experten…“
„Neueste Forschungsergebnisse haben gezeigt…“  
„Die Wissenschaft ist sich einig…“

Wird eine Aussage mit diesen Worten eingeleitet oder begründet, ist sie sogleich mit dem Wahrheitssiegel unserer Zeit versehen. Was will man da schon widersprechen, wenn sich die gesamte Wissenschaft dabei einig ist? Werden diese Wahrheitskeulen in Diskussionen eingesetzt, sind diese im Nu entschieden, egal wie plausibel und nachvollziehbar die Gegenargumente sind.

Wir leben in einer Zeit, wo die Wissenschaftler die neuen Hohepriester der Wahrheit darstellen. Was sie sagen, das gilt, und danach richten sich die Menschen ohne Widerspruch. Wie sollen sie auch? Der Wissenschaft zu widersprechen würde einer Blasphemie gleichkommen und bedeuten, sich selber die Kompetenz eines jahrzehntelangen Studien- und Forschungshintergrundes anzumassen. Und so bleibt einem nichts weiter, als an Wissenschaft zu glauben oder still zu sein.

Dieselbe Autorität hatten zu früheren Zeiten nur die Kirche und deren Geistliche inne, und so verwundert es kaum, wenn die Wissenschaft als die neue Religion in unserer vom materialistischen Weltbild geprägten Gesellschaft bezeichnet wird.

Es sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass gegen die Wissenschaft als solches rein nichts einzuwenden ist. Schliesslich  verdanken wir ihr all den Fortschritt, den wir in unserem Alltag geniessen dürfen. Doch steckt der Teufel in einigen überaus wichtigen Details, welche wir hier ausführlich beleuchten.

Unabhängige Forschung?

Bis vor wenigen Jahren strahlte das Fernsehen, die Zeitungen, ja die Massenmedien ganz allgemein in der breiten Bevölkerung einen ähnlichen Wahrheitsnimbus aus. Dieser erodierte mit dem Internet und dem damit verbundenen Zugang zu alternativen Informationen jedoch dramatisch. Interessierte Menschen erkannten zunehmend, dass die einheitlich tendenziöse Berichterstattung der Massenmedien, die unisono dasselbe verlautbarten, so gar nicht mehr mit den eigenen Erkenntnissen übereinstimmte.

Wie soll man denn noch kritischen und freien Journalismus erwarten, wenn sich die allermeisten der weltweiten Massenmedien im Eigentum einer Handvoll Medienkonzerne befinden, die zugleich in internationalen Netzwerken, Think Tanks und Stiftungen mit übergeordneten Agenden eingebunden sind, und 90% aller Meldungen von denselben drei Presseagenturen stammen? (siehe ExpressZeitung Ausgabe 04/Februar 2017)

Als Folge erleben wir einen dramatischen Kampf um die Wahrheitshoheit, wo sich „Lügenpresse“ und „Fake-News“ gegenüberstehen und als notwendige Lösung eine staatliche Wahrheitskommission ins Feld geführt wird. Mit der Zensur unliebsamer Informationen soll so wieder Ruhe einkehren.

Anders als die Massenmedien gilt die Wissenschaft heute nach wie vor als der wichtigste und vertrauensvollste Grundpfeiler unserer aufgeklärten Gesellschaft. Wie einleitend dargestellt, gilt sie als höchste Wahrheitsinstanz und das gesamte Weltbild unserer globalisierten Gesellschaft gründet auf und entwickelt sich mit ihr. Die Wissenschaft schafft (unser) Wissen.  Doch wie frei ist die Wissenschaft dabei, dieses Wissen zu schaffen?

Was in den USA seit jeher üblich ist, nimmt in Europa seit rund 20 Jahren ungebremst seinen Lauf: die private Finanzierung ganzer Fakultäten aus Industrie und Stiftungsvermögen.

Wie frei kann Wissenschaft sein, wenn sie sich von privaten Interessen finanzieren lässt?

Alleine in der kleinen Schweiz bestehen mehr als 300 sogenannte „Kooperationen“ mit privaten Geldgebern – in der Regel Stiftungen und Konzerne – mit einem Volumen in dreistelliger Millionenhöhe. Alleine die UBS finanzierte kürzlich mit SFr. 100 Millionen (!) eine neue Forschungseinrichtung an der Uni Zürich.

Laut Recherchen der Rundschau vom Schweizer Fernsehen werden schweizweit Lehrstühle gekauft, Studien beeinflusst, manipuliert oder einfach nicht veröffentlicht. Nach Aussage eines Staatsrechtsprofessors der Uni Bern habe jegliche Forschung oder Aussage eines von Konzernen gesponserten Professors null wert.

Von der Forschung zum Weltbild

Die Aufzählung weltweiter Abhängigkeiten, Einflussnahmen, Korruption und Manipulationen könnte in beliebiger Länge weitergeführt werden. Vor diesen Hintergründen erübrigt es sich, von freier Wissenschaft zu sprechen. Doch was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn die Wissenschaft, die (ihr) Wissen und damit auch ihr Weltbild schafft, nicht mehr frei ist, sondern an Vorgaben gebunden und von privaten Interessen gelenkt wird? 

Wenn Wissen nicht mehr frei geschaffen wird, ist die daraus entstehende „Wahrheit“ nicht automatisch eine manipulierte und somit eine künstliche Wahrheit? In einer Welt, wo Profit über allem steht, glauben wir da wirklich, dass gewinnorientierte und ihren Investoren verpflichtete Konzerne hunderte Millionen einfach so aus Nächstenliebe an die Gesellschaft verschenken?

Ist es nicht naiv zu glauben, Grossbanken und Pharmakonzerne würden ganze Fakultäten finanzieren, ohne gleichzeitig Einfluss auf deren Lehrpläne zu nehmen?

Und wenn Lehrpläne von Konzernen und privaten Interessen mitbestimmt werden, welche Inhalte dürfen die Studierenden erwarten und welche eben nicht? Konzern- und systemkritische wohl kaum.

Führen wir diesen Gedanken weiter, ergibt sich ein bedrückendes Bild. Das Allgemeinwissen, die eigene Meinung und somit das Weltbild eines jeden Menschen entwickelt sich während seines Lebens durch Schule, Aus- und Weiterbildung, Beruf, Bücherlektüre, Radio und Fernsehen, Internet und Wikipedia, um nur einige zu nennen.

Wie steht es nun um das eigene Weltbild, wenn all diese unterschiedlichen Wissensquellen, sich auf die Wissenschaft rückbeziehen, doch diese weder frei noch unabhängig ist, sondern den Vorgaben ihrer Geldgeber entsprechend Forschung betreibt und damit unser Wissen schafft?

Klar kann der mündige Bürger heute dank des Internets (noch) auf unabhängige Informationen zugreifen und damit manipulierenden Einflüssen entgegenwirken. Doch wird es für eine Gesellschaft nicht spätestens dann problematisch und einschneidend, wenn die Politik die Erlassung neuer Gesetze, Richtlinien und Verordnungen legitimiert, welche anderen Interessen dienen als denjenigen der Bevölkerung?

Alleine in Brüssel bearbeiten im Auftrag von Konzernen und Interessensverbänden täglich mehr als 20 000 (!!) Lobbyisten die EU-Abgeordneten und deren Umfeld. Dabei werden die Abgeordneten – gestützt auf Studien- und Forschungsergebnisse, zu Entscheidungen veranlasst, die der Industrie dienlich sind.

Boombranche Krebs

Betrachten wir diese Zustände am konkreten Beispiel der Krebsforschung wird deutlich, welchen strukturellen Problemen sich unsere Gesellschaft gegenübersieht: Krebs hat in der westlichen Gesellschaft mittlerweile eine Dimension erreicht, die vor wenigen Jahrzehnten in jeglicher Hinsicht noch völlig undenkbar gewesen wäre.

Jährlich erkranken weltweit 14 Millionen Menschen an dieser Krankheit, bis in zwanzig Jahren soll sich diese Zahl laut WHO verdoppeln. Laut Prognosen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis jeder Mensch im Verlaufe seines Lebens daran erkrankt und Krebs als häufigste Todesursache gelten wird.

Einhergehend mit dem Kampf gegen diese menschliche Tragödie hat sich eine Milliardenindustrie mit zehntausenden von Arbeitsplätzen entwickelt mit dem Ziel, den Krebs zu „besiegen“ und die Menschheit von ihm zu „heilen“.

Die Kosten für Krebsbehandlungen sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Laut dem Chefonkologen Franco Cavalli kostet in der Schweiz eine Chemotherapie durchschnittlich sage und schreibe 170 000 Franken, verglichen mit einigen Tausend Franken noch vor 15 Jahren.

Alleine in der EU werden heute für die Behandlung und Therapie von Krebs jährlich mehr als 120 Milliarden Euro aufgewendet. Klammern wir das menschliche Leid und die damit verbundenen Emotionen aus und richten unseren Blick auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen, erkennen wir hier eine absolute Boombranche, die ihresgleichen sucht, mit schier unbegrenzten Wachstums- und Gewinnaussichten.

Geheilter Patient, verlorener Kunde?

Was würde nun aber geschehen, wenn tatsächlich ein Mittel gegen Krebs gefunden und die Menschheit von dieser Seuche geheilt würde? Welche Auswirkungen hätte die Heilung von Krebs auf die davon lebende Industrie? Von wirtschaftlicher Seite her betrachtet, hätte diese Branche wohl ein eher grosses, nämlich existentielles Problem, ähnlich den Hufschmieden von damals, als das Fahrrad und schlussendlich das Automobil aufkamen.

Während die Lobby der Hufschmiede von damals eher schwach organisiert war und ihr Einfluss (auf Wissenschaft, Politik und Medien) dieser Entwicklung nichts entgegenzusetzen hatte, war der durch ihren Wegfall entstandene volkswirtschaftliche Schaden kaum spürbar und die Vorteile und Chancen dieser neuen Ära der Fortbewegung überwogen bei weitem. Weitaus dramatischeren Konsequenzen sähen sich unsere heutigen Volkswirtschaften gegenüber:

Würden mit der endgültigen Heilung von Krebs nicht gleichzeitig auch zehntausende, gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze ersatzlos wegfallen, was nicht nur eine Lawine von Arbeitslosen sondern gleichzeitig auch Steuerausfälle der Unternehmen und Mitarbeiter in astronomischer Höhe zur Folge hätte? Und das in Zeiten von Finanzkrise, Digitalisierung der Industrie und Rationalisierung wohin man schaut?

Finden wir in diesem gordischen Knoten vielleicht Antworten auf die Frage, warum nicht nur kein Interesse an der Erforschung und Anwendung alternativer und natürlicher Methoden zur Krebsbehandlung zu bestehen scheint, sondern diese auch auf breitester Front und mit allen Mitteln bekämpft und unterdrückt werden?

Es gibt zahlreiche äusserst vielversprechende Verfahren, pflanzliche Substanzen, Therapieformen und Ansätze zur alternativen Krebsheilung, tausendfach erfolgreich angewandt und dokumentiert.

Solche Fälle suchen allerdings vergeblich Anerkennung in der breiten Wissenschaft der Krebsforschung, da sie als individuelle Alleingänge von Betroffenen heruntergespielt werden und gleichzeitig die dafür notwendigen äusserst aufwändigen und teuren Studien fehlen. Diejenigen, welche die finanziellen Mittel für solche Studien leicht aufbringen könnten, scheinen aus den obgenannten Gründen kein Interesse daran zu haben.

Und so leben wir in einer „aufgeklärten“ Gesellschaft, deren gesamtes materialistisches Weltbild auf der Grundlage von Wissenschaft basiert, sprich all ihr vermeintliches Wissen davon abhängt, ob es die Wissenschaft durch Studien und Forschung bestätigt.

Ohne dieses Wahrheitssiegel ist Wissen heute nichts wert und mag es noch so wahr sein. Uraltes Heilkundewissen wird zur Halbwahrheit ohne wissenschaftliche „Grundlage“ degradiert, dessen Vertreter nicht selten als „Quacksalber“ und „Scharlatane“ diffamiert, die einzig dem Profit frönen. Welch Ironie.

Es scheint, als hätten wir beim Thema Krebs eine Vielzahl von Interessen, welche die kostspielige und lang andauernde, doch dafür Arbeitsplätze sichernde und Steuern generierende Behandlung einer nachhaltigen Heilung von Krebs vorzieht.

Wenn ein geheilter Patient gleichzeitig ein verlorener Kunde und eine mögliche endgültige Ausrottung dieser Seuche den gleichzeitigen Wegfall eines ganzen Industriezweiges bedeuten, mögen die gesellschaftliche Akzeptanz und die Beibehaltung dieser unsäglichen Situation für viele nachvollziehbar erscheinen. Doch sicher nicht den betroffenen Patienten.

Der Artikel erschien zuerst in der Express-Zeitung Ausgabe 11, Oktober 2017.

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