Rosmarin

Ätherische Öle des Rosmarin fördern die Konzentration

Rosmarinus officinalis wächst wild an den Küsten des Mittelmeergebietes. Der Lippenblütler überwintert zwar auch bei uns in geschützten Lagen im Freien, allerdings vertrocknet der Wurzelbereich bei länger anhaltendem Bodenfrost relativ schnell im Gegensatz zu unseren heimischen Gehölzen. Wenn wir jetzt im Winter eine Rosmarin-Pflanze in der Gemüseabteilung des Supermarktes erstehen, dann mag die Pflanze viel Licht und tägliches vorsichtiges Gießen. Für etwas Flüssigdünger einmal in der Woche ist sie dankbar.

Eigentlich wäre der ideale Standplatz ein Fenster in unmittelbarer Nähe unseres Schreibtisches. Streicheln Sie sanft über die Zweige der Pflanze, und atmen Sie dabei die ätherischen Öle ein. Der würzige Geruch fördert das Denkvermögen und die Konzentration. Kinder lieben den anregenden Duft. Und so kann es für sie ein hilfreiches Ritual sein, vor dem Beginn der Hausaufgaben die Nase in das Pflanzengrün zu stecken und gleichzeitig mit den Händen über die Zweige zu streichen.

Das fördert die Achtsamkeit und erleichtert das Lernen. Und wenn die Kinder dann noch selbst die Verantwortung für die Pflege der Pflanze übernehmen, ist das ein kleiner Baustein für ihre soziale Entwicklung.
Aber natürlich kann man die Blätter auch verspeisen. Vorzugsweise klein geschnitten und erhitzt. Rosmarin schmeckt nicht nur köstlich, sondern aktiviert Leber und Galle und regt die Magentätigkeit an. Durch seine stärkende Wirkung auf Nerven und Kreislauf kann er hilfreich sein bei Spannungskopfschmerzen. Wie wäre es mit einem Teller Vollkornspaghetti mit geschälten Dosentomaten und viel mit der Schere fein geschnittenem Rosmarin anstatt einer Schmerztablette? Machen Sie den Test, und Sie werden sehen, dass es zumindest zufriedener macht.

Oder Sie kochen einen Tee mit einem Teelöffel voll Rosmarinnadeln pro Tasse. Einige Minuten ziehen lassen, bis er eine angenehm grüne Farbe hat. Ein anregendes Getränk, bei dem der Genuss an erster Stelle steht und erst dann die Wirkung der Inhaltsstoffe zählt. Die Anwendung in geringer Menge als Gewürz ist für Schwangere unbedenklich, die therapeutische Anwendung sollte nur unter Aufsicht der Hebamme erfolgen, denn Rosmarin kann abortiv wirken.

Zur äußeren Anwendung legt man Rosmarinzweige in Olivenöl ein, lässt die Flasche einige Wochen am sonnigen Fenster stehen und hat dann ein Massageöl gegen Muskel- und Gelenkschmerzen oder einfach zur Entspannung. Sehr gut lässt es sich auch erwärmen und für einen Ayurveda-Ölguss verwenden.

Ein wässrig-alkoholischer Auszug aus Rosmarin in Haarwasser stärkt und pflegt brünette Haare, die Pflanze wird für den legendären und wunderbar fülligen Haarschopf der österreichischen Kaiserin Sisi verantwortlich gemacht.

Angenehm ist auch ein belebendes Bad mit einer Handvoll Rosmarinzweige, die mit einem Liter kochenden Wasser überbrüht wurden und eine halbe Stunde zugedeckt ziehen durften. Dann durch ein Sieb ins Badewasser gießen. Und zwar ohne sonstigen Badezusatz. Das laugt die Haut weniger aus. Sie merken: Rosmarin ist eine faszinierende Pflanze, die uns auf vielfältige Weise gut tut, die aber bei ernsthaften Erkrankungen keinen Arztbesuch ersetzt.

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Zur Autorin:

Elisabeth Horbach, geb. 1955, leitet seit über zehn Jahren Exkursionen zu den Themen essbare Wildpflanzen, Wildkräuter und Heilkräuter. Sie lebt im Naturpark Pfälzerwald, einer herrlichen Urlaubsregion für Naturliebhaber. Bei den Kräuterwanderungen durchs Biosphärenreservat gibt es eine Vielfalt von Pflanzen zu entdecken. www.elisabeth-horbach.de

Text erschienen in Epoch Times Deutschland Nr. 9 (27. Feb.-4. Mrz 2008)

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