„Zeit ist abgelaufen“: Eltern des todkranken Baby Charlie geben Kampf vor Gericht auf

Fünf Monate lang kämpften sie für die Weiterbehandlung ihres Babys. Nun geben die Eltern des todkranken Charlie Gard auf. Der jüngste Gehirn-Scan habe sie davon überzeugt, dass eine Weiterbehandlung nicht mehr zu "seinem Besten" sei.

Die Eltern des todkranken britischen Babys Charlie Gard geben ihren Kampf vor Gericht um seine Weiterbehandlung in den USA auf. Unglücklicherweise sei die „Zeit abgelaufen“, sagte der Anwalt von Connie Yates und Chris Gard am Montag zu Beginn einer Anhörung des Londoner Gerichts. Er verwies auf Charlies jüngste Gehirn-Scans und sagte, eine Weiterbehandlung sei nicht mehr zu „seinem Besten“.

Charlie leidet an einer seltenen genetischen Krankheit, sein Gehirn ist stark geschädigt, unter anderem kann er nicht mehr selbstständig atmen. Seine Ärzte am Londoner Krankenhauses Great Ormond Street und andere Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen und beantragten die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte, um dem Kind weiteres Leiden zu ersparen. Alle gerichtlichen Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gaben den Ärzten Recht.

Das Londoner Krankenhaus rief dann aber selbst das Gericht an, um neue Hinweise auf experimentelle Behandlungsmethoden erörtern zu lassen. Gleichzeitig bekräftigte es seinen bisherigen Standpunkt.

Die Eltern wollten ihren Sohn mit einer Versuchsmethode in den USA behandeln lassen. Das Gericht wollte nach neuen Anhörungen zu der Methode am Dienstag sein Urteil fällen.

Das Schicksal des elf Monate alten Babys hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Sowohl Papst Franziskus als auch US-Präsident Donald Trump bekundeten ihr Mitgefühl. Trump bot über den Kurzbotschaftendienst Twitter seine Hilfe an. (afp)

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