Nach Verbot von Chemikalien in Antihaftbeschichtungen: Hirnschäden bei Neugeborenen drastisch zurückgegangen

Das Verbot von Chemikalien wie Perfluoroctansäure PFOA in den USA, die zur Herstellung von Antihaftbeschichtungen auf Kochgeschirr verwendet wurden, soll tausende Geburtsschäden verhindert haben, besagt eine Studie, die von der „New York University (NYU) School of Medicine“ veröffentlicht wurde.

Ein perfektes Essen ist eines, das von der Zubereitung bis zum Servieren selber frisch hergestellt wird, aber das Kochgeschirr war eine Schlüsselkomponente für Geburtsschäden von Babys, die mit geringem Gewicht und Hirnschäden geboren wurden, besagt eine Studie, die von der „New York University (NYU) School of Medicine“ veröffentlicht wurde.

Chemikalien aus Antihaftbeschichtungen verursachen Bluthochdruck, Geburtsfehler und unterdurchschnittliches Geburtsgewicht

Der Bericht, der im „International Journal of Hygiene and Environmental Health“ veröffentlicht wurde, besagt, dass die Beseitigung von Chemikalien wie Teflon, die zur Herstellung von Antihaftbeschichtungen verwendet wurden, mehr als 118.000 Geburten mit geringem Gewicht und Hirnschäden, die damit verbunden sind, verhindert hat. Diese Ergebnisse wurden nach einer gründlichen Untersuchung von Blutproben von Frauen, die aktuell im Rahmen einer nationalen Gesundheitsstudie entbunden hatten, gewonnen.

Frühere Studien hatten Chemikalien von Antihaftbeschichtungen längst mit Bluthochdruck, Geburtsfehlern und unterdurchschnittlichem Geburtsgewicht in Verbindung gebracht. Diese Ergebnisse waren die Kernpunkte des „Stewardship-Programms“ der EPA (Umweltschutzbehörde der USA) zur Reduzierung von Perfluoroctansäure (PFOA) – eine der Hauptkomponenten von Antihaftmaterialien – sowie die nachfolgenden Bemühungen, deren Produktion im Jahr 2014 einzustellen.

Forscher gehen davon aus, dass der scharfe Rückgang an Geburtsschäden, die durch Chemikalien verursachten werden, dazu beigetragen hat, den USA mindestens 13,7 Milliarden Dollar an Gesundheitskosten zu ersparen, die durch langfristige Krankenhausaufenthalte für Säuglinge und eine fortgesetzte Behandlung der erlittenen kognitiven Schäden verursacht werden. Diese Zahl berücksichtigt auch zukünftige Gewinne, die erzielt werden, wenn die Kinder ein höheres Bildungsniveau erreichen und eine gute Beschäftigung finden.

„Der Beweis ist überwältigend, dass das Abkommen der EPA mit der Industrie, Chemikalien, die in Antihaftbeschichtungen verwendet wurden, auslaufen zu lassen, ein großer Erfolg beim Schutz der Gesundheit von Kindern war“, so der leitende Forscher und Epidemiologe Dr. Leonardo Trasande. „Die Politik zur Verringerung der Exposition des Menschen hat Tausende von Neugeborenen vor Gesundheitsschäden bewahrt und den Steuerzahlern in den USA über eine Milliarde Dollar an unnötigen Gesundheitskosten erspart.“

Perfluoroctansäure (PFOA) größtes Risiko für Schwangere und Neugeborene

Nach Angaben des Forschungsteams, war das wesentliche Risiko für Babys und schwangere Frauen vor 2006 die Exposition gegenüber PFOA. Die Chemikalie kommt nicht natürlich in der Umwelt vor und kann sich im „Blut von Meeressäugern und den meisten Menschen, die ihnen ausgesetzt sind, anreichern“. Eine Studie deutet darauf hin, dass PFOA eine lange Halbwertszeit (Ausscheidungsrate aus dem Körper) hat, nachdem eine Person ihm ausgesetzt wurde, und dass es in der Lage ist, in der Umwelt beständig zu bleiben. Die Forschung hat auch gezeigt, dass eine Erhöhung der PFOA im Nanogrammbereich pro Milliliter Blut zu einer Verringerung des Geburtsgewichts um 18,9 % führen kann.

Während die Vereinbarung zwischen der Umweltschutzbehörde EPA und der Industrie die PFOA-Werte im Blut stark gesenkt hat, warnt Trasande vor den Produkten, die bereits verkauft wurden und möglicherweise noch in Gebrauch sind, bevor das Verbot in Kraft trat. Darüber hinaus sind die gesundheitlichen Auswirkungen einer Belastung mit perfluorierten Verbindungen (PFCs), dem nachfolgenden chemischen Ersatzstoff für PFOA, unklar. Sowohl PFOA als auch PFC werden als endokrine Disruptoren eingestuft, eine Gruppe von Chemikalien, die die normale Hormon- und Gehirnfunktion beeinträchtigen können. Die Substanzen dieser Gruppe können laut Studien schädliche Auswirkungen bei Mensch und Tier verursachen.

Für die Studie untersuchten die Forscher die PFOA-Werte in Blutproben von Personen, die an der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) teilgenommen hatten. NHANES hat Daten über die Prävalenz und die Risikofaktoren für chronische Krankheiten mittels einer jährlichen Umfrage unter fünftausend Freiwilligen gesammelt. Durch die Umfrage fanden sie heraus, dass die PFOA-Werte im Blut bei Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren von 2003 bis 2008 stetig anstiegen, wobei der höchste Durchschnittswert bei 3,5 Nanogramm pro Milliliter lag. Dieses Muster änderte sich jedoch 2009, ein paar Jahre nach Inkrafttreten der Vereinbarung, und die Gefährdungswerte von PFOA sanken von durchschnittlich 2,8 Nanogramm pro Milliliter auf 1,6 Nanogramm pro Milliliter bis 2014.

Die Höhe der potentiell zu erwartenden leichtgewichtigen Geburten, die durch PFOA verursacht werden, wurde mit Hilfe eines Computermodells ermittelt und zur Berechnung potenzieller Gesundheitskosten und Einkommensverluste verwendet. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Rückgang der Anzahl an leichtgewichtigen Babys durch eine Vermeidung von PFOA: von 17.501 Geburten im Jahr 2008 sank sie auf 1.491 im Jahr 2014.

Quellen:

Brain damage in newborns dropped dramatically after non-stick cookware chemicals were banned

Perfluorooctanoic acid (PFOA), an emerging drinking water contaminant: A critical review of recent literature