Neue Technologie kann Herz- und Lungenerkrankungen in der Atemluft erkennen

Bei Patienten die ersten Anzeichen für Herz- und Lungenkrankheiten zu erkennen, könnte bald so einfach sein, wie die Atemluft zu überprüfen, sagen Experten.

Erste Anzeichen für Herz- und Lungenkrankheiten zu finden, könnte in der Zukunft bald so einfach sein, wie die Atemluft zu überprüfen, sagen Experten.

Das Industrie-Symposium EMBER (East Midlands Breathomics Pathology Node), das am 1. November an der Universität Leicester stattfand, befasste sich mit den neuesten technologischen Fortschritten, die genutzt werden könnten, um eine genauere und schnelle Beurteilung von Krankheiten wie Asthma, Lungenentzündung, Herzinsuffizienz und chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ohne invasive (eindringende) Verfahren zu ermöglichen.

Derzeit sammelt eine Gruppe von Ärzten und Forschern aus verschiedenen Universitätskliniken Atemproben von Patienten, die wegen akuter Kurzatmigkeit ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Nach der Aufnahme der Proben werden diese zur weiteren chemischen Analyse an die Universität geschickt. Die Probe wird dann mit einer Maschine analysiert, um eine Übersichtskarte der Chemikalien zu erstellen, die in diesem Atemzug gefunden wurden. Die Karte kann dann verwendet werden, um Marker oder Zeichen zu identifizieren, die ein genaueres Bild des allgemeinen Gesundheitszustandes des Patienten liefern.  Diese Erhebung kann dem medizinischen Personal ermöglichen, schneller den besten Weg zur Behandlung der gefundenen Erkrankungen zu wählen.

Atemanalyse könnte ein schneller Weg sein, die Ursache genau zu identifizieren, ohne dass der Patient ein invasives Verfahren oder mehrere Computertomographien benötigt.“

„Wenn ein Patient ins Krankenhaus kommt, so sagt er nicht: ‚Ich habe Herzinsuffizienz‘, sie beschreiben ihre Symptome und das medizinische Personal versucht dann, die Ursache dieser Symptome zu finden, um eine Diagnose stellen zu können. Allerdings sind unsere derzeitigen diagnostischen Instrumente nicht immer sensitiv und spezifisch genug, um bestimmte Bedingungen im Frühstadium zu erfassen, wie z.B. Krankheiten tief in der Lunge“, erklärt Professor Salman Siddiqui von der Universität Leicester.

„Diese Atemanalyse könnte ein schneller Weg sein, die Ursache genau zu identifizieren, ohne dass der Patient ein invasives Verfahren oder mehrere Scans (Computertomographie) benötigt. Das bedeutet, dass wir dem Patienten die besten Heilungschancen bieten, die Belastung gegenüber Medikamenten mit potenziell schädlichen Nebenwirkungen verringern und die Rückfallquoten senken können.“

Eine frühere Studie hatte bereits auf die Vorteile der Atemanalyse in der medizinischen Diagnostik hingewiesen: Sie ist kostengünstig, nicht invasiv und kann mit minimalem Zeitaufwand durchgeführt werden. Darüber hinaus hat die Wirkung der Atemanalyse neben der Medizin eine weitreichende Wirkung. Sie kann auch für die Umweltüberwachung (z.B. zur Kontrolle der Immissionswerte und ihrer direkten Auswirkungen) und für die Sicherheit eingesetzt werden.

Quellen:

Revolutionary technology can diagnose heart and lung disease from a patient’s breath

Breath test could be possible for drugs and disease

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