Passivrauchen gefährdet auch Haustiere, erhöht das Krebsrisiko

Rauchen ist nicht nur schädlich für die Menschen; es ist auch schädlich für Haustiere, sagt die Tierärztin Carmela Stamper. „Wenn 58 Millionen erwachsene Nichtraucher und Kinder (USA) dem permanenten Tabakrauch ausgesetzt sind, stellen Sie sich vor, wie viele Haustiere gleichzeitig diesen Giften ausgesetzt sind.“

 

Viele werden sich wahrscheinlich in der Sylvesternacht ganz euphorisch vorgenommen haben mit dem Rauchen aufzuhören. Einigen wird es gelingen, viele werden wahrscheinlich doch wieder aufgrund ihrer Suchterscheinung zum Glimmstängel greifen. Auch wenn Rauchverbote ihre Wirkungen schon erzielt haben, so wird doch weiterhin für viele das passive Rauchen ein gesundheitliches Problem darstellen. Das betrifft meistens die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft.

Jeder der mit Kindern oder Tieren oder beidem zusammenlebt, sollte als Raucher Rücksicht nehmen. Denn passives Rauchen wird mittlerweile genauso als gefährlich eingestuft, wie aktives Rauchen. D.h. Kinder und Tiere sind unmittelbar dem Nikotin ausgesetzt, aber eben auch all den anderen Giftstoffen, die dem Tabak beigemischt werden und im Filter als Rückstände zurückbleiben. Viele sprechen sogar davon, dass nicht unbedingt das Nikotin das gefährliche an der Zigarette ist, sondern all die anderen Zusatzstoffe, die das Krebsrisiko deutlich erhöhen.

Wussten Sie, dass ein gebrauchtes Filterstück einer Zigarette 500 Jahre braucht, bis es abgebaut wird? Das sollten Sie bedenken, wenn Sie achtlos ihre Kippen wegwerfen. Verschluckt ein Baby den Filter einer verbrauchten Zigarette, so wird es mit höchster Wahrscheinlichkeit aufgrund dieser geballten Giftstoffe, die sich dort sammeln, sterben.

Vielleicht sollten Sie einfach überlegen, ob Sie mit dem Rauchen nicht ganz aufhören. Denn Sie schaden nicht nur sich selber, sondern eben auch Menschen und Tiere, die sich nicht gegen Ihre Sucht wehren können und permanent dem Qualm ausgesetzt sind. Zu Recht wurde in manchen Ländern ein Verbot ausgesprochen, dass Erwachsene im Beisein von Kindern nicht im Auto rauchen dürfen. Es wird mittlerweile als Körperverletzung angesehen! Leider ein Gesetz, dass es in Deutschland so noch nicht gibt.

Ein Generationenkonflikt

Sieht man sich Fotoalben aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren an, so wurden in vielen Familien Zigaretten und Alkohol als normal angesehen. Selbstverständlich wurde in Gegenwart von Kindern und Tieren geraucht, und einige Generationen haben das passive Rauchen über Jahre miterleben müssen. Keine Talkrunde im Fernsehen, kein Fest ohne die obligatorische Zigarette. Über Gesundheitsrisiken wurde nicht gesprochen, vielen waren sie wahrscheinlich auch nicht wirklich nicht bewusst. Es wurde überall im Beisein von Kindern geraucht. In Restaurants, Gaststätten, in privaten Räumen und im Auto. Tatsächlich begannen die ersten Warnungen sich erst in den 90er Jahren zu verbreiten.

In der Publikation der Weltgesundheitsorganisation „Tabakkontrolle in den Entwicklungsländern“ heißt es:

„Der 1972 veröffentlichte Bericht des Surgeon General (USDHEW 1972) enthielt nur vorsichtige Aussagen über mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Passivrauch, und der 1986er Bericht (USDHHS 1986) war der erste, der sich auf unfreiwilliges oder passives Rauchen konzentrierte.“

Besonders Raucher wollen nicht wirklich wahrhaben, dass der Rauch ihrer Zigarette für ihre Umwelt ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Natürlich ist der Tabakrauch, den der Raucher direkt durch die Zigarette einatmet, viel konzentrierter, als der Rauch in der umgebenden Luft. Aber es existieren von „National Institutes of Health“ unveröffentlichte Studien von der Philip Morris Tobacco Company, die eindeutig belegen, wie gefährlich passives Rauchen ist: In dem Moment, wo die Zigarette angezündet wird, enthält dieser Rauch nach der Verbrennung viermal so viele Toxine wie der Rauch, den der Raucher nach der Inhalation ausatmet. D.h., während die Zigarette langsam verglüht, ist der Rauch, der dadurch entsteht, die eigentliche Gefahr für Mensch und Tier. Das hat etwas mit bestimmten Temperaturvorgängen zu tun. Denn das Anzünden einer Zigarette verbrennt den Tabak bei einer niedrigeren Temperatur, als beim Inhalieren des Rauches. Das hat zur Folge, dass bei dem Rauch, der permanent direkt aus der Zigarette strömt, eine höhere Konzentration an Giftstoffen entsteht, aufgrund einer unvollständigen Verbrennung. Der Rauch, den der Raucher ausatmet, besteht hauptsächlich aus den weniger toxischen Substanzen, als der Rauch, der ständig aus der Zigarette ausströmt. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis, warum passives Rauchen so schlecht für die Umgebung ist.

Warum trifft es immer die Schwächsten in der Gesellschaft?

Hier ein aktuelles Zitat aus einem FDA-Bericht (Food and Drug Administration USA) vom 30. November 2016, veröffentlicht von der britischen Daily Mail:

„Das Rauchen ist nicht nur schädlich für die Menschen; es ist auch schädlich für Haustiere“, sagte der FDA-Tierarzt Carmela Stamper. „Wenn 58 Millionen erwachsene Nichtraucher und Kinder dem permanenten Tabakrauch ausgesetzt sind, stellen Sie sich vor, wie viele Haustiere gleichzeitig diesen Giften ausgesetzt sind.“

Haben Sie sich vor allen Dingen mal überlegt, wie viel von diesen Giften sich in ihren Teppichen, auf den Möbeln und in Ihren Kleidern verbergen? Diese Rückstände werden als „der Dritte Rauch“ bezeichnet. Nicht nur der gefährliche ausströmende Rauch der Zigarette, sondern eben auch der ausgeatmete Rauch des Rauchers gefährden tatsächlich auch die Tiere, die in einem Raucherhaushalt leben müssen. Diese sind vor allen Dingen auch von diesem so genannten „Dritter Rauch“, tagtäglich betroffen. Denn die Rückstände dieser toxischen Verbindungen lagern sich eben auf Haut und Kleidung, sowie auf Möbeln, Teppichen und anderen Sachen ab, in denen der Raucher lebt. Wie Kinder, so verbringen Hunde und Katzen viel Zeit auf dem Boden, wo sich Tabakrauchrückstände im Hausstaub, in Teppichen und Möbeln konzentrieren. Damit gelangen diese Rückstände in das Fell. Hunde, Katzen und Kinder atmen nicht nur diese schädlichen Stoffe ein, Haustiere lecken diese auch von den Händen, Haaren, Haut und Kleidung. Denn je gründlicher ein Tier sich selbst reinigt, umso mehr wird es von diesen toxischen Rückständen in sich aufnehmen. Das betrifft vor allen Dingen Katzen.

Denn gerade Katzen bergen dieses hohe Gesundheitsrisiko, da es ihre Gewohnheit ist, sich viel zu putzen. In einer rauchgeschwängerten Umgebung lagern dann gefährliche Karzinogene. Diese führen dann irgendwann zu Krebs. Vor allen Dingen Lymphknotenkrebs ist bei Katzen sehr weit verbreitet. Eine Krebsart, die darauf zurückzuführen ist, dass das Lymphsystem irgendwann nicht mehr seiner Arbeit nachkommen kann, nämlich den Körper von Toxinen zu reinigen. Katzen, die in einem Raucherhaushalt leben, haben ebenso ein vierfach erhöhtes Risiko, einen aggressiven Mundkrebs, der Plattenepithelkarzinom genannt wird, zu bekommen.

Hunderassen mit großen Nasen neigen dazu Toxine aus Tabakrauch zu filtern, der sie vor Lungenkrebs schützt, aber umgekehrt Nasenkrebs fördert. Hunde mit kleineren Nasen filtern weniger Karzinogene und haben somit ein höheres Risiko für Lungenkrebs.

Selbst Ihre Fische sind gefährdet! Die Bewohner Ihres Aquariums sind auch durch das Rauchen gefährdet, da sich das Nikotin leicht im Wasser auflöst und somit ein potentes und aggressives Gift bleibt.

Vielleicht sollten Sie bei Ihrem guten Vorsatz bleiben: Mit dem schnell Rauchen aufhören!

Quellen:

Secondhand smoke endangers pets, raises their risk of cancer

 

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