Musik – eine wunderbare Form zusätzlicher Therapie

Musik bietet die Möglichkeit sich mitzuteilen, innere Welten auszudrücken. Die Musik spielt immer im Leben eine Rolle - eine heilsame.

Linda Maguire begann nach einer jahrzehntelangen international erfolgreichen Opernkarriere, den Gesang in der Gesundheitstherapie anzuwenden. Das begann vor über zehn Jahren mit einer sehr bewegenden Erfahrung, als sie einen Freund der an Alzheimer litt im Heim besuchte.

Sie setzte sich ans Klavier und begann zu spielen und zu singen, plötzlich konnte der Freund ohne Probleme das Lied mitsingen. Seine Gesichtszüge entspannten sich und daraufhin ging Linda Maguire jede Woche ins Heim und begann ihre eigene Musiktherapie anzubieten. Sie studierte mit den verschiedensten Patienten Lieder ein, von berühmten Evergreens bis hin zur Volksmusik.

Bereits nach vier Monaten zeigten ihre Probanden bemerkenswerte Verbesserungen in der Wahrnehmung, ihrer Aufmerksamkeit und besonders die oft aggressiven Patienten, die an Alzheimer litten, schienen gelöster und friedfertiger zu sein. Die Musik gab den Alzheimerpatienten ein Gefühl von Macht und Besitz. Denn alles hatten sie verloren, um im alltäglichen Leben die Dinge aus eigener Kraft steuern zu können.

Aber besonders Musik, Noten und Rhythmus werden vom Gehirn besonders verinnerlicht. Deshalb war es gerade den Alzheimerpatienten möglich, der Musik zu folgen und sie konnten sich tatsächlich an Lieder erinnern und begannen sofort diese mitzusingen.

Mittlerweile wird die Therapie von Linda Maguire sehr erfolgreich überall angewendet, vor allen Dingen auch in der Gerontologie, wo es darum geht besonders alten Menschen noch ein positives Lebens- und Körpergefühl zu vermitteln. Viele Studien haben seither bewiesen, dass Musik die effektivsten Verbesserungen bei Schizophrenie, Depressionen und chronischen Schmerzpatienten aufweist.

Es ist bestimmt nicht nur das Singen an sich, sondern das Gefühl gebraucht zu werden, in einer Gemeinschaft etwas zu erleben und besonders bei alten Menschen werden Erinnerungen an die Kindheit wach. Diese verschütteten Bilder gilt es durch das Singen sichtbar zu machen, und sie schenken oft mehr Lebensqualität als so manche Medikamente und herkömmliche Therapiemethoden.

Singen – eine ganzheitliche Methode

Beim Singen kommt es zu einer höheren Sauerstoffversorgung, das trägt dazu bei, dass der ganze Körper erreicht wird und wieder als Einheit funktionieren kann. Das Gehirn wird mit mehr Sauerstoff versorgt, denn eine permanente Unterversorgung ist eine der Ursachen, die Angstzustände auslösen können. Die Wissenschaft konnte nachweisen, dass ein permanenter Sauerstoffmangel im Hirn auch ein der Auslöser für Alzheimer und Angstzustände ist.

Auch werden beim Singen deutliche Verbesserungen in der Herzfrequenz und beim Blutdruck registriert und vor allen Dingen kann das Hormon Dopamin nachgewiesen werden. Jenes Glückshormon, das für den Melatoninspiegel wichtig ist, um Depressionen vorzubeugen. Sobald die Patienten singen, weisen sie auch eine viel bessere Körperhaltung auf. Die Gesichtszüge beginnen sich zu entspannen, angespannte Muskeln werden losgelassen, und dieses positive Gefühl durchzieht den ganzen Körper. Das Sich-Aufrichten spiegelt Selbstbewusstsein wider und zeigt: Schaut und hört her, mich gibt es noch!

Linda Maguire hat im Prinzip nicht wirklich etwas Neues entdeckt, sondern bewährte Traditionen und altes Wissen neu belebt. In der chinesischen Sprache ist das Zeichen für „Musik“ auch die Basis des Zeichens für die „Medizin“. Schon hier erkannte man die heilsame Wirkung von Rhythmus, Tönen und Melodie.

Musik: „Der Klang der Fröhlichkeit”

Nicht von ungefähr singt die Mutter dem kranken Kind ein Lied, um es zu beruhigen und vor allen Dingen eine Nähe zu erzeugen die Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Linda Maggie konnte beobachten, dass Autisten und Schlaganfallpatienten sich viel schneller erholten, wenn sie immer wieder Lieder sangen, vor allen Dingen in der Gemeinschaft. Denn ihre Gesamtmotorik wurde durch das Singen angesprochen und verhilft zur Genesung.

Klavier, Violine, Percussion und die klassische Gitarre

Natürlich werden in dieser Musiktherapie auch verschiedene Instrumente eingesetzt. Denn die verschiedenen Klänge lösen unterschiedliche Reaktionen aus. Die klassische Gitarre besitzt eher weiche Töne während die Violine die hohen Töne anstimmt. In der Musiktherapie geht es um die wiederkehrende Verwendung eines bestimmten musikalischen Objekts, das sich auf Dauer zu einem sehr wichtigen Bezugspunkt im therapeutischen Kontakt- und Beziehungsaufbau entwickeln kann. Mit der Auswahl des Instruments und eines bestimmten Liedes geht es in der Musiktherapie darum, die Herzfrequenz zu senken oder zu heben. Soll der Patient eher zur Ruhe kommen oder aus einer Lethargie geweckt werden? Soll der Patient sich mehr bewegen, dann ist es wichtig, einen starken Rhythmus zu erzeugen, den Linda Maguire gerne über das Klavier nutzt.

Mittlerweile arbeitet sie, nachdem sie ihren Master in Neurologie abgeschlossen hat, als wissenschaftliche Neurologin und ihre aktive und rezeptive Musiktherapie wird in vielen Fachbereichen angewandt. Musik bietet die Möglichkeit sich mitzuteilen, innere Welten auszudrücken. Die Musik spielt immer im Leben eine Rolle. Jeder Mensch hat ein persönliches Lieblingslied, Musik kann Änderungen hervorrufen, Musik kann beruhigend wirken oder zum Tanzen einladen. All diese Emotion lassen Dialoge entstehen und sind in vielen Therapien unersetzlich geworden.

Interview mit Linda Maguire im Epoch Times Magazin New York

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