Nach dem Herzinfarkt: Das Wichtigste zur Nachsorge

Epoch Times31. January 2018 Aktualisiert: 31. Januar 2018 16:50
Das Hauptziel nach einem Herzinfarkt ist die Vermeidung einer erneuten Attacke. Was während der Nachsorge besonders wichtig ist, lesen Sie hier.

Nach dem Herzinfarkt: Warum die Folgebehandlung so wichtig ist

Wer sich nach einem überstandenen Herzinfarkt auf dem Weg der Besserung befindet, verspürt zunächst große Erleichterung. Doch viele Patienten müssen sich darüber bewusstwerden, dass sie ihre Lebensweise nach dem Krankenhausaufenthalt dauerhaft verändern müssen, um einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern. Das Rauchen aufzugeben, auf eine gesunde Ernährung zu achten und ausreichende Bewegung sind dabei entscheidende Maßnahmen.

Auch nach dem Herzinfarkt bleibt die Grunderkrankung bestehen

Die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt ist die Arteriosklerose, also eine Verengung von Gefäßen, die beispielsweise durch die Ablagerung von Fett oder Kalk entsteht. Diese Erkrankung beschränkt sich nicht auf das Herz, sondern betrifft den gesamten Körper. Das bedeutet – auch wenn durch die lebensrettende Operation bei einem Herzinfarkt das verstopfte Gefäß zunächst repariert wird, bleibt das zugrundeliegende Problem weiterhin bestehen. Die Gefahr, einen erneuten Infarkt zu erleiden, ist deshalb keinesfalls zu unterschätzen.

Auch andere Folgeerkrankungen wie die Herzinsuffizienz (medizinisch für Herzschwäche) sind nach einem Herzinfarkt keine Seltenheit. Dafür gibt es mehrere Gründe: Bei einem Infarkt stirbt ein Teil des Herzmuskels ab. Das kann die Pumpleistung des Herzens nachhaltig beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass es nach der Operation zu Umbauprozessen und Narbenbildung kommt. Auch das wirkt sich negativ auf die Herzfunktion aus. Schließlich kann auch die Arterienverengung selbst zu einer stetigen Herabsetzung der Pumpleistung führen.

Wichtig nach dem Herzinfarkt: Risikofaktoren beseitigen

Um die Risiken für einen weiteren Infarkt sowie für Folgeerkrankungen möglichst gering zu halten und das Voranschreiten der zugrundeliegenden Krankheit zu stoppen, ist eine konsequente Nachsorge für jeden Patienten ungemein wichtig. Dem Betroffenen stehen deshalb nach einem überstandenen Herzinfarkt zunächst große Umstellungen bevor.

Das Ziel der Therapie nach dem Herzinfarkt besteht dabei grundsätzlich darin, die Risikofaktoren, die die Herzattacke verursacht haben, weitgehend zu eliminieren. Die wichtigsten Faktoren sind, neben einer erblichen Komponente, das Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, unausgewogene Ernährung, fehlende Bewegung und chronische Entzündungen.

Scheuen Sie sich nicht davor, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Durch den Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen, ärztliche Beratung sowie Empfehlungen von Ernährungsexperten wird die Anpassung an die vielen Veränderungen deutlich leichter.

Medikamentöse Therapie nach dem Herzinfarkt

Als erste Therapiemaßnahme nach einem Herzinfarkt verschreibt der behandelnde Arzt zumeist eine ganze Palette an Medikamenten. Die Wirkstoffe, die hier am häufigsten zum Einsatz kommen sind: Blutverdünner (ASS), Cholesterinsenker (Statine) und Betablocker sowie ACE-Hemmer gegen Herzschwäche und Bluthochdruck.

Gerade denjenigen Patienten, die vor der Operation weitgehend auf Arzneimittel verzichtet haben, kann die Umgewöhnung schwer fallen. Oft empfinden sie die Maßnahmen zur Nachsorge als Verschlechterung der Lebensqualität oder erachten sie als überflüssig. Doch auch wenn sich ihr Befinden seit der Operation stark verbessert hat, sollten Sie sich auf keinen Fall dazu verleiten lassen, ein Medikament ohne die Absprache mit Ihrem Arzt abzusetzen.

Veränderte Lebensweise nach dem Herzinfarkt

Ein weiterer Bestandteil der Therapie nach einem Herzinfarkt ist die sogenannte Anschlussheilbehandlung, besser bekannt als Kur. Einerseits soll der Patient während der meist drei Wochen andauernden Auszeit wieder zu Kräften kommen. Andererseits besteht der Sinn des Kuraufenthalts darin, ihm die Gewöhnung an seinen neuen Lebensstil zu erleichtern.

Das Programm beinhaltet meist neben Krankengymnastik auch Alltagstraining, bei dem der Patient Hilfe im Bereich Ernährung, gesunder Bewegung, Stressabbau und gegebenenfalls Rauchentwöhnung erhält.

Die richtige Ernährung für ein gesundes Herz beinhaltet viel Gemüse, Obst, Fisch und pflanzliche Fette. Auf fleischlastige Kost und tierisches Fett sollte hingegen möglichst verzichtet werden. Da das Rauchen von Zigaretten eine der Hauptursahen für Gefäßerkrankungen darstellt, ist es entscheidend, nach dem Herzinfarkt auch mit dem Rauchen aufzuhören. (mz)

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