Wieviel „Unglücklich-Sein“ brauchen Sie um glücklich zu sein?

Wir finden genügend Ablenkung und Komfort in Sachen wie Essen, Alkohol, Nikotin oder Einkaufen. Wir peitschen auf andere Leute ein, wenn wir uns verteidigen. Das ist das Kernstück fast aller unserer Probleme. Wir finden nicht wirklich zu uns selbst. Wir sind oft getrieben, Verbesserungen zu machen, weil wir mit uns unzufrieden sind.

Mal Hand aufs Herz: wie oft erzählen Sie, und das vielleicht auch ganz gerne, dass Sie Frust haben, dass es Ihnen schlecht geht, dass Sie Probleme haben? Wie oft überwiegen wirklich die Momente in dem man sagt: Wow! Ich bin glücklich! Mir geht es gut. Sind dieses Momente nicht eher sehr rar? Alle tragen wir ein Gefühl der Unzufriedenheit mit uns herum. Zum Teil liegt es an uns selbst, zum Teil werden diese Probleme aber auch von außen forciert wie zum Beispiel:

Selbstzweifel

  • Wir haben immer das Gefühl, dass wir besser, produktiver, aufmerksamer und schöner sein sollten.
  • Wir zweifeln an uns selber, wenn wir in einer Gruppe oder in der Öffentlichkeit sprechen müssen und fühlen, dass wir nicht gut genug sind, um etwas Produktives beizutragen.
  • Wir sind unglücklich mit bestimmten Aspekten von uns, wie zum Beispiel unserem Körpern, dem Gesicht, wie wir zögern oder wütend werden, oder so manches Mal die Geduld verlieren, sowohl als Partner oder als Elternteil.
  • Wir denken, wir müssen uns ständig verbessern.

Dieser permanente Druck begleitet uns tagtäglich. Ein ständiger Konflikt, den wir mit uns herumtragen. Und selbst wenn wir ein Kompliment von jemandem erhalten, finden wir einen Weg, um es in unseren Köpfen zu untergraben, weil wir denken, dass wir nicht gut genug für dieses Kompliment sind.

All dieses Negative beeinflusst unser Leben auf so viele Arten und nicht selten endet das in dem Glauben, dass wir keine echten Freunde haben, nie den richtigen Partner oder Partnerin finden, keiner wirklich glücklichen und erfüllten Arbeit nachgehen. Den meisten fällt es schwer, Zufriedenheit in sich selbst zu finden und das Leben so anzunehmen, wie es ist.

Befreien Sie sich von der Meinung anderer Menschen!

Versuchen wir permanent dem Bild anderer Menschen zu entsprechen, dann lösen wir uns von unserem eigentlichen Selbst. Die Maske, die wir dann tragen, mögen wir nicht. Also versuchen wir dem permanent zu entfliehen. Wir finden genügend Ablenkung und Komfort in Sachen wie Essen, Alkohol, Nikotin oder Einkaufen. Wir peitschen auf andere Leute ein, wenn wir uns verteidigen. Das ist das Kernstück fast aller unserer Probleme. Wir finden nicht wirklich zu uns selbst.

Wir sind oft getrieben, Verbesserungen zu machen, weil wir mit uns unzufrieden sind, und das ist per se keine schlechte Sache. Wir haben Hoffnung auf etwas Besseres.

Beachten Sie jedoch Folgendes:

  • Wenn wir mit uns unglücklich sind, ist es schwer, glücklich zu sein, wenn wir etwas Gutes tun. Wir sind immer noch unzufrieden. Etwas Gutes zu tun, ist nicht wirklich die Belohnung, die es sein könnte.
  • Wir haben gut eingespielte Gewohnheiten, vor diesem schlechten Gefühl über uns selbst wegzurennen, so dass dieses Weglaufen eigentlich nur zu einer Art Verschleppung und Ablenkung des Problems führt. In der Tat werden wir nie die Probleme über diese Art und Weise lösen können. Wir müssen lernen, mit diesem Problem des Unglücklich- Seins selbst umzugehen.
  • Unzufriedenheit mit seinem Selbst kann so weit führen, dass man sich nicht mehr unter Menschen traut, weil wir denken, dass wir nicht gut genug sind, und so kann diese Angst einen permanent lähmen. Wir können das nicht lösen, egal wie sehr wir uns verbessern wollen, bis wir das Problem an sich lösen.
  • Selbst wenn wir eine Verbesserung machen, verschwindet nicht das Gefühl der nagenden Selbstzweifel. So versuchen wir, etwas mehr zu verbessern, und es geht immer noch nicht weg. Sie müssen bereit sein, sich dem zu stellen! Nur so kann man vorwärtskommen.
  • Während dieser von Unzufriedenheit geprägten Selbstverbesserung lieben wir uns nicht, was eigentlich traurig ist. Wie sollen uns andere lieben, wenn wir es nicht selbst tun?

Ist es möglich, Dinge zu erledigen und Verbesserungen anzugehen, ohne dem permanenten Gefühl der Unzufriedenheit mit sich selbst zu begegnen?

Sie können trainieren und gesunde Lebensmittel essen – nicht weil Sie Ihren Körper nicht mögen, sondern weil Sie sich selbst lieben und andere damit inspirieren wollen. Sie können aus Liebe für die Menschen arbeiten. Sie sollten vielleicht mehr lesen, mehr meditieren – nicht, weil Sie mit sich selbst unzufrieden sind, sondern weil Sie sich selbst und andere lieben.

Wie gehen wir mit diesem unterschwelligen Problem um? Dem Problem, sich selbst nicht leiden zu können, und das Bild oder die Maske, die wir nach außen tragen, eigentlich ablehnen? Die Antwort ist zutiefst einfach, aber nicht einfach durchzuführen. Sich diesem negativen Gefühl öffnen und es sich mal in Ruhe betrachten.

Der richtige Umgang mit Unzufriedenheit

Wie können wir mit unserer ständigen Unzufriedenheit umgehen? Wie gehen wir mit Selbstzweifeln um, mit dem Gefühl, dass wir nicht gut genug sind, oder unzufrieden sind mit bestimmten Aspekten von und in uns?

Es stellt sich heraus, dass all diese Gefühle eigentlich die perfekte Möglichkeit bieten, um zu lernen uns selbst als guten Freund anzunehmen.

Hier einige Beispiele:

  1. Jedes Mal, wenn Sie diese negativen Gefühle haben, halten Sie inne, und spüren Sie denen mal nach.
  2. Drehen Sie sich zum Gefühl, und spüren Sie mal, was es mit Ihrem Körper macht. Seien Sie neugierig, wie es sich physisch anfühlt.
  3. Statt von diesem Gefühl wegzulaufen, halten Sie es mal mit ihm aus. Statt es abzulehnen, versuchen Sie sich dem mal zu öffnen und akzeptieren Sie dieses Gefühl.
  4. Öffnen Sie sich nun dem Schmerz dieses Gefühls und sehen Sie es als einen Weg, das Herz zu öffnen. Auf diese Weise ist die Berührung mit dem Schmerz ein befreiender Akt.
  5. Sehen Sie dieses schwierige Gefühl als Zeichen eines guten Herzens, einer weichen, zärtlichen und liebenden Person. Sie würden sich nicht darum kümmern, eine gute Person zu sein, wenn Sie nicht ein gutes Herz hätten. Es gibt eine grundlegende Güte unter all unseren Schwierigkeiten, und wir müssen diese nur zulassen.
  6. Mal über sich selbst lächeln und eine bedingungslose Freundlichkeit zu allem hegen, was Sie um sich herum sehen.

Ganz allmählich kann eine vertrauensvolle Beziehung mit sich entstehen, was dann eines Tages einen erstaunlichen Unterschied machen kann.

Ist Selbst-Erbarmen das neue und verbesserte Selbstwertgefühl?

Diese Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden.

Ich empfehle, dass Sie jedes Mal, wenn Sie Selbstkritik, Selbstzweifel und Unglück mit sich selbst spüren ein Erbarmen mit sich selbst haben. Es braucht nur eine Minute, dem nachzuspüren, wie man sich sieht, was man fühlt, um sich dann mit bedingungsloser Freundlichkeit zu begegnen.

Wenn Sie wirklich versuchen wollen, sich auf diese mächtige Veränderung einzulassen, dann sollten Sie beginnen, diese Momente als Tagebuchnotiz festzuhalten.

Am Ende werden Sie feststellen, dass die Liebe ein leistungsfähigerer Motivator als das Unglücklich-Sein ist. Und ich hoffe, dass Sie eine Freundschaft mit sich selbst finden, die ausstrahlen wird, wie Sie nicht nur mit sich selbst in Beziehung stehen, sondern mit allen anderen, die Sie kennen und treffen.

Übersetzt und bearbeitet von Jacqueline Roussety

Mehr Infos auf Englisch:

http://www.theepochtimes.com/n3/2206012-how-to-deal-with-personal-dissatisfaction/