Sexy „High Heels“? Oder besser: Wer schön sein will, muss leiden!

Hohe Absätze gelten heute als stilvoll und weiblich und werden sogar als ein Inbegriff von Selbstbewusstsein und Sexyness beworben. Britische Forscher fanden nun heraus, dass das regelmäßige Tragen von „High Heels“ im Laufe des Lebens die Wadensehnen um bis zu 13% verkürzen kann. Es können schmerzhafte chronische Körperschäden entstehen, die sich nicht nur auf die Füße beschränken.

Dass hochhackige Schuhe nicht nur schlecht für die Füße sind, sondern auch für den gesamten Rücken, das wissen wohl alle Frauen. Nichtsdestotrotz gelten hohe Absätze als stilvoll, sexy und weiblich und somit werden seit Generationen viele Füße und Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen.

Das Verhängnisvolle jedoch ist: Wenn Sie nicht versuchen, den Schaden, den Sie Ihrem Körper damit antun, so gering wie möglich zu halten, werden Sie lebenslange Folgen von hohen Absätzen verspüren. „High Heels“ verschieben die natürlich Balance Ihrer Haltung und der Körper gelangt damit in eine andauernde Dysfunktionalität, die sich überall auswirken kann. Beginnend bei den Füßen, wo chronisch entzündete Fersen entstehen, so können sich viele weitere Beeinträchtigungen durch den gesamten Körperbau manifestieren. Das Ganze endet dann im Nackenbereich, was viele dann nicht mehr mit den „High Heels“ in Verbindung bringen.

„High Heels“ und chronische Schmerzen

Notorische „High-Heels“-Trägerinnen können auch weitere Unannehmlichkeiten und Schmerzen erleben, auch wenn sie die „High Heels“ längst ausgezogen haben.

Britische Forscher fanden heraus, dass das regelmäßige Tragen von „High Heels“ im Laufe des Lebens die Wadensehnen um bis zu 13% verkürzen kann. Darüber hinaus scheint das Tragen von hohen Absätzen die Achillessehne anzuschwellen, ein typisches Problem aller Langstreckenläufer. Und selbst wenn die Schuhe ausgezogen sind – die Probleme und Schmerzen bleiben.

Im Jahr 2015 veröffentlichte die Universität von Alabama-Birmingham einige verblüffende Statistiken zum Thema „High Heels“. Runde 123.355 Frauen wurden zwischen 2002 und 2012 kontrolliert. Etwa sieben von 100.000 Frauen erlitten dermaßen schwere Verletzungen, dass sie ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Junge Frauen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren neigten am ehesten zu Verletzungen, was ihren jungen Knochen zuzuschreiben ist. Diese sind längst nicht so ausgehärtet wie bei älteren Frauen. Aber auch bei Frauen zwischen 30 und 39 Jahren, waren erhebliche gesundheitliche Schäden zu verzeichnen.

Fuß- und Knöchelverstauchung:

Das Tragen von „High Heels“ verursacht in hohem Maße verstauchte Knöchel. Das konnte nach den jahrelangen Untersuchungen erwiesen werden. Bei den untersuchten Testpersonen gab es kaum eine, die nicht unter Fuß- oder Knöchelverstauchungen litt. Eine weitere Studie ergab zudem, dass das Tragen von „High Heels“ mit 7cm Absatzhöhe oder mehr, die Knöchelmechanik und Motorik derart verändert, dass das Risiko einer seitlichen Knöchelverstauchung deutlich erhöht ist.

Eingewachsene Zehennägel:

Das Tragen von „High Heels“ ist auch eine der Hauptursachen für eingewachsene Zehennägel. „High Heels“ schaffen einen permanenten chronischen Druck auf die großen Zehennägel, was zu einem dysfunktionalen Zehennagelwachstum führt – auch bekannt als Onychokryptose. Ein eingewachsener Zehennagel ist eine Folgeerscheinung davon, dass die Zehen permanent komprimiert werden. Dies führt dazu, dass die großen Zehennägel in die Haut einwachsen. Menschen mit Typ-2-Diabetes sollten besonders vorsichtig sein, wenn sie „High Heels“ tragen, da sie die Blut-Zirkulation in den Füßen weiter einschränken.

Unterer Rückenschmerz:

Im Jahr 2012 verdeutlichten Wissenschaftler aus Polen, dass hohe Absätze dazu führen können, dass die „Erector-spinae“-Muskeln, die sich im unteren Rückenteil befinden, zu sehr beansprucht werden, was zu Muskelüberdehnungen und später zu chronischen Rückenschmerzen führt. Das Tragen von „High Heels“ nimmt dem unteren Beckenbereich seine natürlichen Bewegungen ab, die bei der Aufrechthaltung beansprucht werden müssen. Das wiederum verursacht Folgeschäden für die gesamte Haltung.

Überbein:

Ein Überbein ist eine knöcherne Beule, die am Ende des großen Zehs entstehen kann, wenn er regelmäßig in enge „High Heels“ gequetscht wird. Überbeine bilden sich dann, wenn der Knochen oder das Gewebe, welches sich am Gelenk befindet, sich verlagert, was oft nach Jahren des Tragens von schmalen „High Heels“ geschieht. Zuerst scheint ein Überbein keine große Sache zu sein, aber wenn es unbehandelt bleibt, können sich Narbengewebe und Zehenanomalien bilden, die viele Schmerzen verursachen.

Hohe Absätze in jungen Jahren?

Das Tragen von „High Heels“ während der Wachstumsphase könnte die gefährlichste Phase sein, wenn hohe Absätze zu oft getragen werden. Hier können ganz massive und schwere Haltungsstörungen entstehen, einschließlich Vorwärtskopfhaltung, Lendenhyperlordose, Beckenanteversion und Zerrung des Meniskus.

Nervenschaden:

Frauen sind acht bis zehnmal so häufig dafür anfällig „Mortons Neuroma“ zu entwickeln; ein Zustand, der durch Schwellungen, Verdickungen oder Vergrößerung des Nervs zwischen den Zehenknochen gekennzeichnet ist. Der häufigste Punkt für „Mortons Neuroma“ ist zwischen der dritten und vierten Zehe, aber es kann auch zwischen der zweiten und dritten Zehe auftreten. Es ist auch als „Intermetatarsal Neuroma“ bekannt; ein chronisch gequetschter Nerv, der zu scharfen Schießschmerzen führt und das Gehen sehr erschwert. Das Tragen von Absätzen, die höher als 8 cm sind, verursacht unnatürlichen Druck in den Fußballen, wodurch gesundheitliche Schäden entstehen können.

Begrenzung des Schadens:

Idealerweise wäre das Nichttragen von „High Heels“ das Beste, aber ein Modebewusstsein und gewisse stilistische Konventionen erlauben dies scheinbar nicht. Vielleicht sollten mindestens folgende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden:

Vermeiden Sie das tägliche Tragen von „High Heels“.
Vermeiden Sie das Stehen oder Gehen in den hohen Absätzen über einen längeren Zeitraum. (Tragen Sie, wo immer es geht, bequeme Schuhe und wechseln Sie erst auf die hohen Absätze, sobald Sie Ihr Ziel erreichen.)
Wenn Sie „High Heels“ tragen wollen, so vermeiden Sie diejenigen Modelle, die zudem noch schmal und spitz sind.
Schneiden Sie eine Kartonvorlage von ihren Füßen aus. Legen Sie sie in die neuen Schuhe beim Einkaufen. Wenn diese nicht passen, dann sind die Schuhe zu schmal.
Zehennägel direkt über die Oberseite schneiden, um zu verhindern, dass eingewachsene Zehennägel entstehen.
Gönnen Sie Ihren Füßen ein warmes Fußbad, nachdem Sie hohe Absätze anhatten.
Massieren Sie täglich Ihre Wadenmuskulatur, damit sich diese nicht zu sehr verkürzt.

Und wann immer Sie Zeit haben, laufen Sie einfach barfuß!

(Übersetzt und bearbeitet von Jacqueline Roussety)

Quellen: