Aktuelle Nachrichten – Europa
30.03.2009
Neuenburg – Die Gesundheitskosten sind 2007 deutlich stärker gestiegen als in den vorangegangenen fünf Jahren. Insgesamt wurden 55,3 Milliarden Franken ausgegeben, rund fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Markant gestiegen sind die Kosten der Spitäler und der Pflegeheime, wie das BFS am Montag mitteilte.
Die Kosten stiegen 2007 deutlich stärker als in den vorangegangen fünf Jahren. Damit sei der Trend eines verlangsamten Kostenwachstums der letzten Jahre vorerst gestoppt, schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS). Die Kosten der Spitäler, einschliesslich der ambulanten Behandlung, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent und lagen damit deutlich über ihrem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 2,9 Prozent. Auch die Aufwendungen für Pflegeheime stiegen im Jahr 2007 mit einem Wachstum in der Höhe von 5,4 Prozent stärker als die Gesamtkosten des Gesundheitswesens und liegen damit über dem Fünf-Jahres-Trend von 3,8 Prozent. Die Kosten der ambulanten Gesundheitsdienstleister lagen mit einer Steigerung von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 3,4 Prozent. Laut BFS hatten die Spitexdienste mit einer Kostensteigerung von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein überdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen.
Insgesamt entfielen 42,8 Prozent der Kosten auf die Sozialversicherungen, 31,5 Prozent auf die privaten Haushalte, 16,5 Prozent auf den Staat und 9,2 Prozent auf die Privatversicherungen. Zwischen 2002 und 2007 stiegen die Gesamtkosten und damit die notwendige Finanzierung des Gesundheitswesens laut BFS jährlich um durchschnittlich 3,1 Prozent. Die Sozialversicherungen als grösste Direktfinanzierer des Gesundheitswesens, haben mit einer jährlichen Steigerung von 4,6 Prozent den Hauptanteil der Kostensteigerungen übernommen.
Im Vergleich zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung entsprachen die Gesundheitskosten auch 2007 10,8 Prozent. Damit ist ihr Anteil im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren stabil geblieben. Im internationalen OECD-Vergleich verwendeten die USA mit einem Anteil am Bruttoinlandprodukt von 15,3 Prozent vor Frankreich mit elf Prozent und der Schweiz die meisten Ressourcen für ihr Gesundheitssystem. An vierter Stelle folgte Deutschland mit 10,6 Prozent. (AP)
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