Aktuelle Nachrichten – Menschen
21.09.2012
Foto: ddp/Sven Karsten
Schwerin – Die Polizei ist bei ihren Ermittlungen zu einem Internet-Gewaltvideo, das einen Angriff älterer Schweriner Schüler auf jüngere zeigen soll, einen Schritt weiter gekommen. "Es steht nun fest, dass an dem Vorfall vier mutmaßliche Täter und fünf Opfer beteiligt waren", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Nach wie vor gebe es in dem Fall jedoch einige Unklarheiten.
Am Vormittag hatten Beamte des Kriminalkommissariats Schwerin ihre Ermittlungen an der Gesamtschule fortgesetzt. Der Film war am Dienstag im Internet-Portal Youtube hochgeladen worden.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei 17- und zwei 18-Jährige aus der zehnten und elften Klasse. Gegen sie wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Nötigung ermittelt. Es wird geprüft, ob die Jugendlichen fünf Schüler zwischen 11 und 13 Jahren in einem Raum des Schülerradios gedemütigt und malträtiert haben. In dem Video sind laut Polizeisprecher vier Personen zu sehen, davon zwei ältere Schüler sowie zwei Schulkinder der sechsten Klasse. Die jüngeren Schüler werden offenbar gezwungen, Liegestütze zu machen. Zudem werden ihre Köpfe unter fließendes Wasser gehalten.
Es sei jedoch nach wie vor unklar, ob es sich um ein gestelltes Video handelt, so der Polizeisprecher. Seit Donnerstag laufen die Vernehmungen von Beschuldigten und Opfern. Die Aussagen der Sechstklässler würden inhaltlich zwischen freiwilliger Teilnahme und Zwang schwanken. Im Laufe des Tages sollten die Befragungen abgeschlossen werden. Die mutmaßlichen Täter sind alle Mitglieder des Schülerradio-Teams. Der Leiter des Teams, der bei dem Vorfall aber nicht anwesend war, will den Angaben zufolge bis Anfang nächster Woche eine schriftliche Stellungnahme zu den Ereignissen abgeben.
Neben den Schülern werden laut Polizei auch Lehrer der Schule befragt. Der angebliche Angriff auf die Sechstklässler sei ziemlich laut gewesen, hieß es. Es sei fraglich, wie keiner etwas von dem Vorfall bemerken konnte. Ein Lehrer hatte das Video der Schulleitung gemeldet, welche den Film aus dem Internet löschte.
dapd
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