Aktuelle Nachrichten – China - Gesellschaft
07.05.2012
Foto: w.r.wagner / Pixelio
Peking – Neuer Skandal um Lebensmittel in China: Gemüsehändler haben Kohlköpfe mit Formaldehyd besprüht, um sie auf den langen Transportwegen zu den Märkten länger haltbar zu machen. Diese Praxis sei bei Dutzenden Großhändlern in der Stadt Qingzhou in der Provinz Shandong festgestellt worden.
Der Einsatz von Formaldehyd habe in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen, besonders in den warmen Sommermonaten, wenn das Gemüse rasch verdirbt. Die Gemüsegroßhändler sind gesetzlich nicht verpflichtet, ihre Waren in Kühlwagen zu transportieren. Die meisten könnten sich die Fahrzeuge auch nicht leisten. Formaldehyd kann Hautreizungen, Atembeschwerden und Verdauungsprobleme verursachen. Es ist für Menschen krebserregend.
Kohl gehört in China zu den Grundnahrungsmitteln. Das Gemüse wird als Füllung für Teigtaschen verwendet oder auch gebraten oder eingelegt serviert.
Das Gesundheitsministerium veröffentlichte 2008 eine Liste mit illegalen Zusatzstoffen in Lebensmitteln, auf der auch Formaldehyd aufgeführt war. Die Chemikalie soll zudem verwendet worden sein, um getrocknete Meeresfrüchte frischer aussehen zu lassen.
Die chinesische Nahrungsmittelindustrie wurde in den vergangenen Jahren von nicht abreißenden Skandalen erschüttert, wobei es immer wieder Todesfälle gab. So wurden zahlreiche Lebensmittel absichtlich verunreinigt, Melamin in Milch gemischt oder Fleisch mit Wachstumsbeschleuniger entdeckt.
(dapd)
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