Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
28.05.2010
Essen (apn) Der Karstadt-Verkaufsprozess ist am Freitag in die heiße Phase eingetreten. In der Hauptverwaltung des zahlungsunfähigen Traditionskonzerns in Essen traf sich am Vormittag der Gläubigerausschuss, um die drei vorliegenden Kaufangebote zu beraten.
Erst wenige Stunden vor dieser möglicherweise entscheidenden Sitzung hatte auch das Vermieterkonsortium Highstreet eine Angebot für den Konzern abgegeben, wie ein Sprecher der Fondsgesellschaft der Nachrichtenagentur DAPD bestätigte.
Damit liegen dem Gläubigerausschuss insgesamt drei Kaufofferten vor, wie der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg mitteilte. Neben Highstreet haben auch die deutsch-schwedische Investmentgesellschaft Triton und der Investor Nicolas Berggruen Interesse an den 120 Warenhäuser angemeldet.
Alle drei Bewerber hätten nun die Gelegenheit, ihre Offerten dem Gläubigerausschuss zu präsentieren und zu diskutieren, sagte Görg-Sprecher Thomas Schulz. Offen war zunächst, ob der Gläubigerausschuss noch am Freitag eine Entscheidung treffen würde. Möglicherweise werde die eigentlich um Mitternacht ablaufende Frist für einen Vertragsabschluss auch noch einmal verlängert, um genügend Zeit für eine gründliche Prüfung der Offerten zu gewinnen, hieß es in Bieterkreisen.
Details zu den Angeboten nannten die Kaufinteressenten zunächst nicht. Triton hatte als Voraussetzung für ein Kaufangebot bislang stets weitere Zugeständnisse von Beschäftigten und Vermieter verlangt und stieß damit vor allem bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf Widerstand. Berggruen hatte indes vor allem niedrigere Mieten durchsetzen wollen.
Die Forderungen von Triton und Berggruen nach weiteren Einschnitten bei den Warenhausmieten dürften auch der Grund für den Einstieg der Immobilien-Gruppe Highstreet in das Bieterrennen sein. Der Fondsgesellschaft, die sich mehrheitlich im Besitz der US-Bank Goldman Sachs befindet, gehören 86 der 120 von Karstadt genutzten Immobilien. (AP)
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