Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Glamour und knallharte Wirtschaft – Stefan Lange
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – International

Merkel auf Reisen Glamour und knallharte Wirtschaft

Stefan Lange

14.04.2010

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger im Four Seasons Hotel in Los Angeles.  Foto: AP Photo/Spencer Weiner
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger im Four Seasons Hotel in Los Angeles.

Foto: AP Photo/Spencer Weiner

Los Angeles (apn) Vom Atom-Gipfel in Washington zum Glamour Hollywoods: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf ihrer USA-Reise am Mittwoch in Los Angeles mit dem kalifornischen Gouverneur und ehemaligen Filmhelden Arnold Schwarzenegger zusammengetroffen. Für den Nachmittag waren Begegnungen mit Hollywood-Stars wie Bruce Willis und Nicole Kidman geplant. Auch Topmodel Heidi Klum, ihr Ehemann Seal sowie Filmproduzent Bernd Eichinger wurden erwartet.

Merkel und Schwarzenegger trafen sich bei Mangosaft, Kaffee und Pfannkuchen zu einem ausführlichen Frühstück im Luxushotel „Four Seasons“, das im noblen Stadtteil Beverly Hills gelegen ist. Zwar gab es zum Auftakt noch leichte Irritationen, weil Schwarzenegger seinem Gast einen längeren Studienaufenthalt in Kalifornien andichtete. Das Eis war dann aber schnell gebrochen.

Trotz des ganzen Glamours, der gute Bilder nach Deutschland lieferte, hatten die beiden knallharte Wirtschaftsthemen zu besprechen.

Finanzielles Desaster

Kalifornien ist zwar das Land der Millionäre, die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt, der Sonnschein-Staat für Internet-Pioniere und Hollywood-Prominenz. Der US-Staat ist aber auch bekannt für Erdbeben und Waldbrände – und für finanzielle Katastrophen. Im Jahr 2003 musste Schwarzenegger erstmals den finanziellen Notstand ausrufen. Seitdem hat sich die Finanzlage nicht wieder erholt, Kalifornien schiebt ein Milliarden-Defizit vor sich her. Das Problem war und ist, dass sich die Steuereinnahmen von Kalifornien vor allem auf das Geld der Reichen stützen. Aber diese wurden von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders schwer getroffen.

So wog das Lob Schwarzeneggers für Merkel doppelt. Die Kanzlerin habe in der Krise Führungsstärke bewiesen, erklärte er. „Die Art, wie sie Wirtschaftspolitik macht, ist ein sehr, sehr gutes Beispiel dafür, wie wir es auch machen können“, sagte der republikanische Gouverneur.

Der Hinweis Schwarzeneggers, dass „die Deutschen immer die Größten der Welt sind“, war zwar nicht so ernst gemeint, aber beim Frühstück hatten er und Merkel genügend Wirtschaftsbereiche, in denen eine Zusammenarbeit schon besteht oder ausgeweitet werden kann.

Vielfältige Zusammenarbeit

So arbeiten Kalifornien und Deutschland in der Landwirtschaft eng zusammen, in der „Grünen Technologie“ und Energiewirtschaft allgemein gibt es Verbindungen. Nicht umsonst besucht Merkel am Donnerstag im Anschluss an ihre Weiterreise nach San Francisco unter anderem US-Niederlassungen von Bayer und SAP. Die Einladung Schwarzeneggers geht auf 2009 zurück, als Kalifornien an der Computermesse Cebit teilnahm und Schwarzenegger dort eine viel beachtete Rede hielt.

Merkel betonte ihrerseits den deutschen Willen, mit Kalifornien eng zusammenzuarbeiten. Die Bindungen seien bereits stark und sollten weiter verstärkt werden, sagte die CDU-Vorsitzende. Besonders fasziniert ist die Kanzlerin dabei von den guten Verbindungen, die Kalifornien schon seit Jahren zu asiatischen Märkten unterhält. Nach dem Gespräch mit dem Gouverneur wollte sich Merkel mit Wirtschaftsvertretern an einen Tisch setzen.

Am Nachmittag stand ein Besuch der Warner Filmstudios auf dem Programm. Für Merkels Begegnung mit den Filmstars dürfte Schwarzenegger größtes Verständnis gehabt haben, heben solche Bilder doch notfalls die Umfragewerte. Der Gouverneur hat da gerade selber Probleme. In einer Umfrage unterstützten ihn nur noch 27 Prozent der registrierten Wähler. 59 Prozent erklärten, Kalifornien sei jetzt in einem schlechteren Zustand als 2003, als der republikanische Gouverneur den Staat übernommen habe.

Aber es war nicht nur der Glamour, der die Kanzlerin in die Filmmetropole trieb. Neben Stars und Sternchen wurden einige der mächtigsten Bosse aus den Filmproduktionsfirmen erwartet. (AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige