Halle – Die verschiedenen Stadien des Schlafes sind erstmals allein auf der Basis von Herzschlag- und Atemaufzeichnungen nachgewiesen worden. Ein deutsch-israelisches Forscherteam fand heraus, dass es beim Schlafen Phasen der Synchronisation von Herzschlag und Atmung gibt, an denen sich erkennen lässt, ob sich ein Mensch im Tief- oder im Traumschlaf befindet.
Wie der Physiker Jan Kantelhardt von der Universität Halle erläuterte, zeichneten die Forscher die Daten von 112 gesunden Probanden im Alter von 20 bis über 70 Jahren während der Schlafphasen auf. Dabei nutzten sie eine Messmethode der theoretischen Physik, mit der sie die einzelnen Phasen objektiv erkennen konnten.
Ob sich ein Mensch im Tief- oder Traumschlaf befindet, wird durch das Gehirn gesteuert und steht nicht direkt mit unabhängigen Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung in Verbindung. „Wir konnten nun aber zeigen, dass die Muster der so genannten Phasen-Synchronisation zwischen Herzschlag und Atmung die Schlafstadien widerspiegeln“, betont Kantelhardt. Mögliche Anwendungen sehen die Wissenschaftler der Universitäten Halle, Marburg und Ramat Gan in der automatischen Erkennung von Schlafstadien, wodurch in vielen Fällen ein stationärer Aufenthalt in einem Schlaflabor überflüssig werden könnte. (AP)