Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
07.02.2012
London – Die erwartete Megafusion in der Rohstoffbranche nimmt Formen an: Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und der Bergbaukonzern Xstrata haben am Dienstag ihre Pläne für einen Zusammenschluss offen gelegt. Der vereinigte Konzern dürfte einen Marktwert von etwa 90 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro) haben und die ganze Wertschöpfungskette im Rohstoffgeschäft abdecken – vom Abbau bis zum Transport und Verkauf der Bergbauprodukte. Die geplante Firmenhochzeit wurde am Dienstag als "Zusammenschluss unter Gleichen" bezeichnet.
Die beiden Konzerne sind bereits eng miteinander verbunden. Glencore hält einen Anteil von etwa 34 Prozent an dem in London notierten Bergbaukonzern. Xstrata war im März 2002 an die Börse gegangen, nachdem das Unternehmen zuvor für 2,5 Milliarden Dollar Glencore-Minen in Australien und Südafrika gekauft hatte. Glencore ist seit Mai 2011 an der Börse notiert. Bis dahin war die Firma über Jahrzehnte in Privatbesitz.
Die beiden Fusionspartner bezeichnen ihr Zusammengehen als "logischen nächsten Schritt" in einem sich verändernden Branchenumfeld. Der Zusammenschluss soll den Angaben zufolge bis zum dritten Quartal 2012 vollzogen sein. Laut der Abmachung sollen Xstrata-Aktionäre 2,8 Glencore-Aktien pro Anteil bekommen.
Konzernchef der "Glencore Xstrata International plc" wird der bisherige Xstrata-Vorsitzende Mick Davis. Ivan Glasenberg, heute Vorstandsvorsitzender von Glencore, soll Vize-Konzernchef werden. "Unsere Firmen arbeiten schon seit zehn Jahren gut zusammen. Ich freue mich, Mick zu unterstützen", ließ Glasenberg mitteilen. Den neuen Verwaltungsrat soll Xstrata-Präsident Sir John Bond leiten.
Die Gruppe wird weltweit vertreten sein und will verstärkt in die derzeit wichtigen Abbauregionen wie den afrikanischen Kupfergürtel, Kasachstan und Südamerika investieren. Glencore erzielte 2010 einen Umsatz von fast 145 Milliarden Dollar, Xstrata von 30,5 Milliarden Dollar.
(dapd)
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