Aktuelle Nachrichten Europa – Gletscherschmelze macht Schweiz grösser – DAPD
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Bundesamt für Landestopographie Gletscherschmelze macht Schweiz grösser

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19.08.2009

Bern – Die Schweiz wird im Süden auf Grund der Gletscherschmelze um einige Quadratmeter grösser. Die Grenze zu Italien muss angepasst werden. Der Bundesrat hat am Mittwoch die entsprechenden Grundlagen verabschiedet. Auch einige Karten werden neu gezeichnet.

Der Bundesrat hat am Mittwoch den Notenaustausch mit Italien betreffend der Landesgrenze bei natürlichen Veränderungen der Wasserscheide oder der Gratlinie der Gletscher genehmigt, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, EDA, mitteilte. In der Vereinbarung wird festgehalten, dass, wenn die Grenze mit der Gratlinie eines Gletschers zusammenfällt, sie deren natürlichen, allmählichen Veränderungen folgt. Im Fall der gänzlichen Gletscherschmelze ist die Wasserscheide oder die Gratlinie der zu Tage tretenden Felsenoberfläche massgebend. Die Änderung sei in Rom bereits bestätigt worden, hiess es bei der italienischen Botschaft in Bern.

Dort wo die Gletscher sich zurückziehen und die Wasserscheide Richtung Italien zurückgeht, gewinnt die Schweiz an Boden, wie Daniel Gutknecht erklärte. Er ist beim Bundesamt für Landestopographie, swisstopo, für die Koordination der Landesgrenze zuständig. An einigen Orten handle es sich lediglich um ein paar Meter. Grösser sind die Auswirkungen am Furggsattel in der Region Zermatt: Dort hat sich von 1940 bis 2000 die Höhe des Gletschers verringert und die Wasserscheide verläuft nun auf dem Fels. Der Rückgang bewirkt eine Grenzverlagerung von 100 bis 150 Metern – zu Gunsten der Schweiz. Das sei reiner Zufall, sagte Gutknecht: „Die Natur entscheidet.“

Wie viel Fläche die Schweiz effektiv dazu gewinnt, wurde nicht berechnet. „Es handelt sich nur um sehr kleine Flächen, die über 3.500 Meter über Meer liegen“, sagte Gutknecht. Diese seien deshalb kaum von Bedeutung. Angepasst werden aber die Landeskarten im Massstab 1:25.000. Dort seien Veränderungen von zehn Metern sichtbar.

In den Hochgebirgsregionen sind einige Abschnitte der Grenze mit Italien durch die Wasserscheide oder die Gratlinie von Gletschern, Moränen, Firnen oder ewigem Schnee bestimmt. So namentlich im Bernina- und im Monte-Rosa-Massiv, beim Matterhorn und um den Mont Vélan. Insgesamt handelt es sich um etwa 40 Kilometer Schweizer Aussengrenze, sagte Gutknecht. Andere Landgewinne durch Naturereignisse sind zur Zeit nicht in Sicht: Entlang der anderen alpinen Grenzen mit Frankreich und Österreich gibt es keine Schneefelder oder Gletscher, bei denen mit Lageveränderungen zu rechnen ist. Dort verläuft die Grenze über ihre gesamte Länge auf festem Boden.

Die Gemischte Kommission für den Unterhalt der Grenze wurde nun beauftragt, den Verlauf der gegenwärtigen Grenze an den betreffenden Stellen entsprechend festzulegen, hiess es in der EDA-Mitteilung weiter. (AP)

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