Weimar – Die Globalisierung erschwert Allergikern das Leben: Schadstoffe und allergenhaltige Arbeitsstoffe sind mittlerweile weltweit verbreitet, wie der Direktor der Hautklinik des Uniklinikums Jena, Peter Elsner, am Mittwoch in Weimar zu Beginn eines Weltkongresses über berufs- und umweltbedingte Allergien sagte. Die Gefahr lauert in Reinigungs- und Schmiermitteln, Friseurchemikalien und Farbstoffen. Allergiker reagieren darauf mit geröteter Haut, Juckreiz und Entzündungen.
Jährlich erkrankten allein in Deutschland 15.000 bis 20.000 Menschen während der Arbeit an Ekzemen oder anderen Allergien. Etwa jeder siebte Erwachsene sei einmal im Laufe seines Berufslebens betroffen, sagte Elsner. Vor allem berufsbedingte Allergien seien auf dem Vormarsch. Besonders betroffen seien Berufsgruppen, die häufig mit Wasser oder Chemikalien in Berührung kämen, wie Friseure, Bäcker und Köche. Aber auch im Gesundheitswesen, im Reinigungssektor oder in der Metallverarbeitung seien diese Erkrankungen verbreitet.
„Hautkrankheiten sind die häufigsten Berufskrankheiten überhaupt“, erklärte der Dermatologe. Um die Heilungschancen für die Patienten künftig zu verbessern, tagten in Weimar wie beim ersten Weltkongress 2003 in Helsinki Haut- und Lungenärzte gemeinsam. Beide Facharztgruppen beschäftigten sich zwar mit Allergien, sprächen jedoch selten miteinander.
Elsner forderte auch eine bessere internationale Kooperation. Besonders in den Entwicklungsländern werde derzeit noch viel zu wenig für die Prävention von Berufskrankheiten getan. Dabei seien die Risikoberufe und die Hauterkrankungen rund um den Erdball erstaunlich ähnlich, wie Referenten aus Australien, den USA und Deutschland berichten würden. Bis zum 16. Juni werden in Weimar mehr als 200 Experten aus über 40 Ländern neue Strategien zur Diagnose und Therapie von Allergien diskutieren. (AP)
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