Kultur – Goldener Löwe für israelischen Antikriegsfilm – Sheri Jennings
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Venedig, Filmfestival und der Goldene Löwe Goldener Löwe für israelischen Antikriegsfilm

Sheri Jennings

13.09.2009

(AP Photo/Joel Ryan)
(AP Photo/Joel Ryan)

Venedig – Ein israelischer Film über den Libanon-Krieg von 1982 und das Debüt einer iranischen Regisseurin sind die Hauptgewinner der Filmfestspiele von Venedig. Der israelische Regisseur Samuel Maos erhielt für seinen Antikriegsfilm „Lebanon“ am Samstag den Goldenen, seine iranische Kollegin Shirin Neshat für „Sanan Bedune Mardan“ (“Women Without Men“ – „Frauen ohne Männer“) den Silbernen Löwen. Mit dem Spezialpreis der Jury wurde der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin für die Komödie „Soul Kitchen“ ausgezeichnet.

„Lebanon“ zeigt den Krieg aus der Sicht einer vierköpfigen Panzerbesatzung – beklemmend und klaustrophobisch. „Ich widme diesen Film allen Menschen, die gesund und sicher aus einem Krieg heimkommen“, sagte Maos bei der Preisverleihung am Samstagabend für seinen ersten Film. „Sie arbeiten, sie heiraten, sie haben Kinder“, aber ihre Kriegserlebnisse seien „in ihre Seelen gebrannt“. Maos nahm als junger Mann selbst an dem Libanon-Feldzug von 1982 teil, dem zwei Jahrzehnte der israelischen Besatzung des südlichen Libanons folgten.

Der Jury-Vorsitzende Ang Lee, selbst ein Goldener-Löwe-Preisträger, sagte, die Entscheidung für „Lebanon“ sei schnell und einstimmig gefallen. Die Juroren seien froh, „nicht in diesem Panzer gewesen zu sein, der jeder Panzer in jedem Krieg hätte sein können“.

In Neshats Film geht es um das Schicksal von vier Frauen unterschiedlicher Herkunft im Jahre 1953, als die demokratisch gewählte Regierung von Mohammed Mossadegh mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA gestürzt wurde, nachdem sie die Ölfelder verstaatlicht hatte. Ein halbes Jahrhundert danach solle der Film Demokratie liebende Menschen in ihrer Heimat ermutigen, sagte Neshat. Im Film gehe es „um den Mut von Frauen und dem iranischen Volk, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.“ Zur politischen Situation im Iran sagte sie: „Ich wusste, dass ich mit diesem Film ein Risiko eingehe. Ich habe etwas riskiert, die grundlegende Botschaft ist über Mut. Dieser Kampf hat einen hohen Wer und wir müssen kämpfen, um uns als Gesellschaft und Frauen zu entwickeln.“

Firth und Rappoport beste Schauspieler

Nach seinen preisgekrönten Filmen „Gegen die Wand“ und „Auf der anderen Seite“ gewann Akin mit einer Komödie den Sonderpreis der Jury. Er bezeichnet „Soul Kitchen“ als seinen ersten „Heimatfilm“, weil er in seiner Heimatstadt Hamburg spielt.

Als bester Schauspieler wurde Colin Firth für seine Rolle als „A Single Man“ (Ein einsamer Mann) gekürt. Der Preis für die beste Schauspielerin ging an Ksenia Rappoport für den italienischen Film „La Doppia Ora“ (Die doppelte Stunde).

Mit der Verleihung des Goldenen Löwen und der übrigen Preise ging das Filmfestival von Venedig am Samstagabend nach elf Tagen zu Ende. Insgesamt bewarben sich 25 Filme für die höchste Auszeichnung. Leiter der Jury war Ang Lee, der mit „Brokeback Mountain“ und „Tiger and Dragon“ 2005 und 2007 selbst den Goldenen Löwen gewann. (AP)

 

 

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