Aktuelle Nachrichten – Deutschland
20.08.2010
Hamburg (apn) Der Internetkonzern Google hat die Kritik am Straßenfotodienst Street View zurückgewiesen und sich zum Datenschutz bekannt. „Wir achten die Privatsphäre der Menschen sehr“, sagte Google-Europachef Philipp Schindler der „Bild“-Zeitung. „Etwas Öffentlicheres als Häuserfassaden gibt es jedoch nicht.“ Zudem gebe es nur in Deutschland das Widerspruchsrecht vor dem Start des Dienstes.
Schindler betonte, dass sich sein Unternehmen schon im vergangenen Jahr mit Datenschützern geeinigt habe, um auf die besonderen Bedürfnisse in Deutschland einzugehen. „Das gibt es nur in Deutschland.“
In Deutschland wird das Thema Datenschutz heftig diskutiert, seit Google vergangenen Woche den Start von Street View noch für dieses Jahr ankündigte. Erst am Donnerstag reagierte der US-Konzern und verdoppelte die Widerspruchsfrist gegen die Veröffentlichung von Hausansichten in Street View auf acht Wochen.
Schindler wandte sich gegen Befürchtungen, dass Straßenbilder missbraucht werden könnten. In keinem der 23 bisherigen Street-View-Länder gebe es einen Anstieg der Kriminalitätsrate. „Wir zeigen nur Dinge, die jeder beim Spazieren durch eine Straße sehen kann.“ Die Nutzer von Street View seien begeistert. Hunderttausende Deutsche nutzten die Funktion, um sich Städte im Ausland anzusehen.
Unterdessen reißen die Angriffe deutscher Politiker auf Google nicht ab. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer schlug in „Bild“ eine Street-View-Steuer von einem Euro pro Bürger vor, die das Unternehmen an Kommunen zahlen soll. Das diene der Akzeptanz des Angebotes.
Google kündigte vergangene Woche an, dass Street View noch dieses Jahr für 20 deutsche Städte eingeschaltet werden soll. Wer von Anfang an sein Haus in Street View unsichtbar machen will, kann über die Internetadresse google.de/streetview ein Formular ausfüllen. Google prüft den Antrag und macht das Haus unkenntlich.
Die Bundesregierung lehnt ein von den Ländern gefordertes Gesetz zu Kontrolle von Diensten wie Street View ab. Innenminister Thomas de Maizière ließ mitteilen, es brauche einen breiteren Ansatz, der die Persönlichkeitsrechte in den Vordergrund stelle. (AP)
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