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Nebenbei-Spende Gratis Gutes tun beim Online-Einkauf

Berrit Gräber

01.09.2011

Gutes tun kann auch, wer beispielsweise einen neuen Strom- oder Gasvertrag abschließt oder im Netz einen Partner sucht. Foto: Thomas Kienzle/dapd Photo
Gutes tun kann auch, wer beispielsweise einen neuen Strom- oder Gasvertrag abschließt oder im Netz einen Partner sucht.

Foto: Thomas Kienzle/dapd Photo

Berlin/München – Millionen Bundesbürger gehen täglich auf Shopping-Tour ins Internet. Nur die wenigsten wissen aber, dass sie mit ihrem Einkauf quasi nebenbei spenden könnten. Voraussetzung ist, dass sie einen kleinen Umweg über "Fundraising-Portale" machen, die Hilfsgelder einsammeln. Die Kunden müssen dafür keinen Cent mehr zahlen als für den eigentlichen Online-Kauf von Schuhen, Büchern, Reisen oder einer Waschmaschine. Gutes tun kann auch, wer beispielsweise einen neuen Strom- oder Gasvertrag abschließt oder im Netz einen Partner sucht.

Noch sei das System in Deutschland wenig bekannt, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), das Spendenorganisationen prüft. Fundraising-Portale seien aber auf dem Vormarsch. Wer mitmacht, kann seine automatische Spende gezielt einsetzen. Etwa weltweit für Menschen in Not. Oder auch für die Schule der eigenen Kinder um die Ecke.

Was müssen Spendenwillige tun?

Sie müssen sich die Mühe machen, nicht wie gewohnt direkt auf die Seite von Anbietern wie Amazon, Ebay und anderer Händler zu gehen, sondern zuerst die Fundraising-Portale anzuklicken. Dazu zählen etwa Bildungsspender.de, Planethelp.de, Schulengel.de oder socialpower.net. Nur mithilfe solcher Vermittler lässt sich beim Einkauf in jedem Fall nebenbei ein wenig Geld spenden.

Wie geht es dann weiter?

Wer zum Beispiel eine Waschmaschine kaufen will, macht also den kleinen Umweg über die Vermittlungsplattform und wählt aus den dort aufgelisteten vielen Hundert Läden einen aus. Klickt er zum Beispiel einen großen Versandhändler an, wird er auf dessen Internet-Shop weitergeleitet. Ist der Kunde fündig geworden und bestellt, verspricht der Anbieter, sechs Prozent des Einkaufswerts an eine Hilfsorganisation oder Einrichtung nach Wunsch zu geben. Die Waschmaschine kostet dabei garantiert keinen Cent mehr als sonst.

Wo gehen die Gelder hin?

Kunden haben die Auswahl zwischen Dutzenden Einrichtungen. Planethelp.de etwa bietet 72 meist große Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Care Deutschland, Deutsche Krebshilfe, Tinnitus-Liga oder Alzheimer Forschung an. Bildungsspender.de hat ein noch größeres Angebot mit 1.878 Einrichtungen. Über diese Plattform lässt sich auch ganz gezielt in der Nähe Gutes tun, etwa für Kindertagesstätten, Schulen oder Universitäten, für Vereine oder Kirchengemeinden. Schulengel.de ist auf lokale Hilfsprojekte spezialisiert. Wer will, kann die Schule der eigenen Kinder als Spendenziel registrieren lassen.

Wie läuft die Abwicklung?

Das Nebenbei-Spenden basiert auf dem sogenannten Affiliate-Marketing. Dabei zahlen Online-Händler eine Vermittlungsprovision, wenn fremde Internetseiten Kaufinteressenten auf ihre Seiten lotsen. Der Versandhändler erkennt also, dass der Käufer der Waschmaschine über Bildungsspender oder Planethelp vermittelt wurde und leitet die Provision entsprechend an das Fundraising-Portal weiter.

Wie hoch sind die Spenden?

Das ist unterschiedlich. Eine große Lebensmittelkette sowie ein Büroausstatter zweigen beispielsweise immer 3,57 Prozent vom Einkaufswert als Spende ab, ein Münchner Reiseveranstalter acht Prozent der Buchungssumme. Ein bundesweiter Schuhversender zahlt schon zehn und eine Online-Partnerbörse 15,3 Prozent vom Einkaufswert. Die Summen, die "als Mitnahmeeffekt" beim Shoppen zusammenkommen, seien bislang überschaubar, erläutert Wilke. Bei kleinen Online-Einkäufen fallen manchmal nur Hilfsgelder im Cent-Bereich an, bei Reisebuchungen schon größere Summen.

Was kommt als Spende an?

Bildungsspender.de beispielsweise verspricht, jede Provisionsgutschrift zu 100 Prozent als Spende weiterzureichen. Schulengel.de leitet nach eigenen Angaben 80 Prozent der Gelder weiter, Planethelp.de mindestens 51 Prozent. Der Rest werde zur Finanzierung der Webseite gebraucht, sagt Geschäftsführer Marcus Epple. Ähnliches berichten auch andere Portale.

Worauf gilt es zu achten?

Nicht jedes Fundraising-Portal sei schon vom Finanzamt als gemeinnützig eingestuft wie etwa Bildungsspender.de, sagt DZI-Chef Wilke. Interessenten sollten sich immer informieren, wie groß der weitergeleitete Spendenanteil tatsächlich sei. Und ob auf den ersten Blick ersichtlich wird, welche Organisationen wie viel bekommen haben. Die Zahlen sollten immer auf der Homepage stehen. "Wer das alles nicht auf den ersten Klick erkennen kann, sollte sich ein anderes Portal suchen", lautet der Rat des Spendenprofis.

 

(dapd)

 

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