Berlin – Mit 17 toten Walen hat Greenpeace vor dem Brandenburger Tor für den weltweiten Schutz der Meeressäuger demonstriert. Die Organisation protestierte am Montag in Berlin dagegen, dass jedes Jahr Hunderttausende Wale in Fischernetzen sterben oder wegen Umweltgiften und Unterwasserlärm verenden. Unter den an Stränden eingesammelten stinkenden Tierkadavern waren ein Pilotwal, ein Schnabelwal, ein Weißseitendelfin, gemeine Delfine und Schweinswale.
Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, in Europa eine Vorreiterrolle beim Schutz der Wale einzunehmen. Auf der in einer Woche beginnenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Anchorage/Alaska müsse sich Deutschland für einen umfassenden Schutz aller Wale einsetzen. Alle Gefahren, denen die Tiere ausgesetzt seien, müssten auf der Konferenz Gegenstand der Verhandlungen sein.
„Wale werden wie Abfall behandelt“, erklärte Stefanie Werner, Meeresbiologin bei Greenpeace. „Die Tiere hier stehen für die 17 Wale und Delfine, die weltweit alle halbe Stunde als Beifang in Fischernetzen ertrinken.“ Wenn sich die IWC nur mit der Jagd beschäftige, greife dies zu kurz. „Es ist an der Zeit, dass die Tiere umfassend geschützt werden.“
http://www.greenpeace.de/ (AP)