Köln - Eine übergroße Mehrheit der Bundesbürger ist unzufrieden mit der Arbeit der großen Koalition im Bund. Bei einer Umfrage ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung aus Union und SPD im Auftrag des ARD-Morgenmagazins sagten 61 Prozent, diese habe ihre Sache in den letzten Monaten im Großen und Ganzen nicht gut gemacht. Nur 34 Prozent der 1.000 von Infratest Dimap Befragten waren der Mitteilung vom Freuitag zufolge der Ansicht, die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mache ihre Arbeit gut.
Bei der Sonntagsfrage nach der Parteipräferenz legten CDU und CSU allerdings im Vergleich zur letzten Umfrage vor 14 Tagen zwei Punkte zu und kamen auf 34 Prozent. Die SPD blieb unverändert bei 32 Prozent. Je einen Prozentpunkt verloren bei der Umfrage die Oppositionsparteien: Demnach liegen jetzt die FDP bei elf Prozent, die Grünen bei zehn und die Linkspartei bei acht Prozent. Für sonstige Parteien würden fünf Prozent der Befragten stimmen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre (plus ein Prozentpunkt).
Besonders groß ist die Unzufriedenheit mit der großen Koalition der Umfrage zufolge bei der Gesundheitspolitik, die 81 Prozent der Befragten als schlecht empfinden. Nur 17 Prozent äußerten sich zufrieden damit. Wenn es um die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen geht, sind 65 Prozent unzufrieden, 31 Prozent zufrieden mit den jetzigen politischen Anstrengungen. Mit der Familienpolitik sind immerhin noch 50 Prozent unzufrieden, 39 Prozent finden die Politik gut.
Mit Ausnahme der Arbeitsmarktpolitik schneidet die Koalition aus Unionsparteien und Sozialdemokraten damit auch deutlich schlechter ab als die rot-grüne Vorgängerregierung nach deren erstem Amtsjahr 1997. Statt jetzt 17 waren damals noch 32 Prozent der Befragten mit der Gesundheitspolitik einverstanden. Und bei der Familienpolitik lag die Zustimmung bei 56 Prozent, während heute die Ablehnung mit 50 Prozent überwiegt. Und, dass die Regierung soziale Gerechtigkeit schaffe, glaubten damals 30 Prozent, heute nur noch 23 Prozent, während 73 Prozent mit Nein antworteten. Positiver eingeschätzt wird nur die Politik zur Schaffung von Arbeitsplätzen, an die 1997 nur 20 Prozent glaubten - jetzt sind es mit 31 Prozent zumindest etwas mehr.
(AP)