Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo
Berlin – Ermittler haben am Donnerstagmorgen in sieben Bundesländern Wohnungen und Vereinsheime von Salafisten durchsucht. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verbot das salafistische Netzwerk Millatu Ibrahim aus Solingen. Wie der CSU-Politiker in Berlin mitteilte, wurden zudem Ermittlungen gegen die beiden Gruppen "Die wahre Religion" aus Köln und "Dawa Ffm" aus Frankfurt am Main eingeleitet.
Die Razzia begann um 6.00 Uhr in bundesweit knapp 80 Objekten. Betroffen waren die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen und Hessen. Fast 1.000 Beamte waren laut Friedrich im Einsatz. Allein in NRW waren es rund 500.
Mit Blick auf das verbotene Netzwerk der Salafisten sagte Friedrich: "Dieser Verein richtet sich gegen unsere verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung." Das Verbot sei deshalb gerechtfertigt und notwendig.
In Deutschland gilt der Salafismus als die am schnellsten wachsende und wegen ihrer Radikalität besonders gefährliche Strömung des Islamismus. Sicherheitsbehörden schätzen die Zahl der Anhänger auf etwa 4.000. Für Salafisten ist das Ideal ein Gottesstaat, in dem es keine "vom Menschen erfundenen" Gesetze gibt, sondern in dem das islamische Rechtssystem, die Scharia, gilt. Strenge Salafisten lehnen die westliche Lebensweise ab, propagieren die schlichte Geschlechtertrennung und betrachten Homosexualität als schwere Sünde.
Am vergangenen Wochenende hatten – abgeschirmt durch die Polizei - rund 300 radikalislamische Salafisten in Köln demonstriert. Bundesweit für Schlagzeilen sorgten Salafisten in den vergangenen Wochen mit der umstrittenen Koran-Verteilaktionen.
(dapd)
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