Mode – Grüne Mode ist ein Schwerpunkt der Fashion Week – Sabine Stahl
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Green Showroom Grüne Mode ist ein Schwerpunkt der Fashion Week

Sabine Stahl

04.07.2012

Im "Green Showroom" im Hotel Adlon zeigen gut zwei Dutzend Designer, ein wenig versteckt in einzelnen Suiten, grüne Luxusmode. Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo
Im "Green Showroom" im Hotel Adlon zeigen gut zwei Dutzend Designer, ein wenig versteckt in einzelnen Suiten, grüne Luxusmode.

Foto: Michael Gottschalk/dapd Photo

Berlin – Der Hotelbetrieb im Adlon ist in vollem Gange. Taxis und schwarze Limousinen fahren vor und entlassen ihre Gäste auf den roten Teppich des Fünf-Sterne-Hotels. Erst wer die große Eingangshalle durchquert hat, entdeckt am Fuße der großen Treppe ein Schild, das den Weg nach oben zum Green Showroom weist. Dort zeigen gut zwei Dutzend Designer, ein wenig versteckt in einzelnen Suiten, grüne Luxusmode. Die ökologisch korrekten Kleider hängen in den Schränken, Schmuck liegt auf den großen Betten und im Bad stehen Handtaschen über der abgedeckten Badewanne.

Die grüne Mode ist ein Schwerpunkt der Fashion Week. Neben dem Green Showroom bieten auch der Lavera Showfloor, die Ethical Fashion Show und die Scoop eine Plattform für Labels, die sich auf ökologisch und sozialverträglich gefertigte Produkte spezialisiert haben.

Mit den sechs Suiten und dem Lindenzimmer im ersten Stock nutzt der Showroom vorhandene Räumlichkeiten. Nichts muss auf- oder abgebaut werden. Dadurch sei die Ausstellungsfläche sehr nachhaltig, sagt Organisatorin und Designerin Jana Keller.

Unter grüner Mode stellen sich viele Menschen blasse Kleider aus Leinen oder unförmige Strickware vor. Tatsächlich finden sich im Adlon auch solche Stücke. Doch bei grüner Mode geht es um mehr als nur um Bio-Fasern, zum Beispiel auch um Ethik. So oder so sollte der Kunden den Sachen den Fairtrade-Gedanken allerdings nicht ansehen, meint Caterina Occhio von dem Label SeeMe. Deshalb mache sie nicht Fairtrade, sondern Fair Lux, also fairen Luxus. Das seien schöne Sachen, die die Menschen lieben und deshalb unbedingt haben wollen. Nur so kann faire Mode ihrer Meinung nach funktionieren.

Zeichen gegen häusliche Gewalt

Das Label SeeMe unterstützt weibliche Opfer von häuslicher Gewalt in der Türkei. Die Frauen stellen in den Slums von Ankara Schmuck in Handarbeit her. Im Adlon, in der Suite Nummer 130, steht ein Ständer voller goldener Riesen-Herzen. Der Kettenanhänger wurde von Caterina Occhio selbst entworfen. Die Italienerin engagiert sich seit 16 Jahren für Frauenrechte und arbeitet auch für die Europäische Union. Designerin ist sie eigentlich nicht, doch durch ihre Herkunft liegt ihr der Sinn fürs Schöne im Blut, sagt die große Frau mit einem Augenzwinkern. Auch sie trägt das überdimensionale Herz um den Hals. "Wir wollen den Kreislauf der Gewalt mit Liebe durchbrechen", sagt sie.

Doch nicht alle Frauen wollen mit Liebe auf der Brust gegen Gewalt einstehen. Eine der türkischen Frauen bat Occhio, einen Anhänger in Form einer Pistole zu entwerfen. Mit der Waffe am Leib fühle sie sich sicherer, erzählt Occhio. Also entwarf die Italienerin die Pistole. Auch wenn sie fest daran glaubt, dass das Herz besser funktionieren werde.

Ein Zimmer weiter geht es nicht um Gewalt, sondern um Fischhaut. Hier hat Organisatorin Jana Keller ihre "Accessoires mit Gewissen" auf dem großen Doppelbett der Suite 134 ausgebreitet. Einige Stück der Kollektion bestehen aus Lachsleder. Dies wird bei der Lebensmittelproduktion aus dem Abfall gefischt und zu hochwertigem Schmuck oder zu Handtaschen verarbeitet. "Durch die Schuppen sieht es sehr fragil aus, es ist aber robuster als herkömmliches Leder", sagt Jana Keller. "Und es riecht nicht nach Fisch." Auch für Keller ist Öko und Luxus kein Gegensatz. Vielmehr sollte es ihrer Meinung nach gar keinen Luxus geben, der nicht fair und nachhaltig hergestellt wurde.

(dapd)

 

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