Der Kandidat der Grünen im Wahlkreis Cloppenburg, Ulf Dunkel, will nach der Empörung über seine poetische Kritik an der Beschneidungspraxis nicht mehr Landtagsabgeordneter werden. Im Falle eines Wahlsiegs werde er auf sein Mandat verzichten, teilte der örtliche Kreisverband der Grünen mit. Zurücknehmen könne er die Kandidatur nicht mehr, da die Briefwahl bereits begonnen habe.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte die Partei aufgefordert, die Kandidatur des Software-Unternehmers zurückzuziehen. "Das Machwerk von Herrn Dunkel strotzt nur so vor hasserfülltem Hochmut gegenüber Juden und Muslimen", sagte der Zentralrats-Vorsitzende Dieter Graumann der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). In einem im Internet verbreiteten Gedicht hatte Dunkel Juden und Muslime, die an der Beschneidung von Neugeborenen festhalten, als "Arschlöcher" und "blinde Fanatiker" bezeichnet. Ein anderes Gedicht Dunkels beginnt mit den Worten: "Wetzt das Messer, singt ein Lied, ab die Vorhaut von dem Glied."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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