Aktuelle Nachrichten – Wohnen
19.04.2009
Berlin – Zur Stärkung des Wettbewerbs will Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mehr Gas-Anbietern Zugang zum Markt zu verschaffen. So könne der Verbraucher schneller wechseln, wenn er mit Preis und Leistung der Firmen unzufrieden sei, sagte der CSU-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er forderte die Gasversorger erneut zu Preissenkungen auf. Die gesunkenen Einkaufspreise müssten vollständig und zeitnah an die Verbraucher weitergegeben werden. Er sehe noch Spielraum bei der Preisgestaltung.
Nach einer Studie der Grünen-Bundestagsfraktion zahlt eine Durchschnittsfamilie dieses Jahr rund 150 Euro zu viel an Gasversorger. Guttenberg sagte, die Regierung wolle mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten und keine staatlich reglementierten Preise. Eine Preiskontrolle könne und solle deshalb nur im Einzelfall bei einer missbräuchlichen Preisgestaltung durch einen marktbeherrschenden Gasversorger stattfinden.
Die energiepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gudrun Kopp, sagte, im Kampf gegen die hohen Energiepreise müssten dringend strukturelle Maßnahmen ergriffen werden. Kernpunkte seien der beschleunigte Netzausbau, besonders an den Grenzkuppelstellen, um den Wettbewerb zu stärken.
Derweil berichtete der „Focus“ unter Berufung auf eine aktuelle Untersuchung des Energiedatenbank-Dienstleisters ene't, starker Wettbewerb auf dem Gasmarkt führe nicht unbedingt zu den niedrigsten Tarifen. Danach liege der Durchschnittspreis in Bremen, wo nur vier Anbieter konkurrierten, bei relativ günstigen 5,6 Cent pro Kilowattstunde. In Leipzig seien es hingegen zehn Versorger, und trotzdem müssten die Verbraucher im Schnitt 6,4 Cent zahlen. (AP)