Fußball – Guttenberg würde die Abwehr der Nationalelf gerne nachschärfen – Vera Fröhlich
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WM bei der Bundeswehr Guttenberg würde die Abwehr der Nationalelf gerne nachschärfen

Vera Fröhlich

24.06.2010

Dschibuti (apn) „Klasse, sehr gut“, freut sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über das Spiel der deutschen Nationalelf. Er hat am Mittwoch Fußball an einem abenteuerlichen Ort geschaut: Mit rund 120 Bundeswehrsoldaten auf der Fregatte „Schleswig-Holstein“, die im Hafen von Dschibuti liegt. Zu Ehren des Ministers wurden Saure Zipfel mit süßem Senf und Leberkäse auf Laugenbrot kredenzt – bei 38 Grad Hitze noch am späten Abend.

Fregattenkapitän Nils Brandt hatte nicht speziell für den Minister, aber für seine 240 Soldaten starke Besatzung eine Satellitenschüssel und einen Decoder organisiert, um die Fußball-Weltmeisterschaft auch am Horn von Afrika verfolgen zu können. Schließlich fehlte noch eine spezielle Karte für den Sportkanal. Sie wurde mit Hilfe des französischen Militärs besorgt.

Der Verteidigungsminister genießt im Hubschrauberhangar der Fregatte das Spiel der deutschen Mannschaft sichtlich. Als in der 60. Minute das Tor für Deutschland fällt, reißt er erst die linke und dann die rechte Faust in die Luft. Als die Ghanaer wenig später fast den Ausgleich erzielen, dreht er sich um die eigene Achse und streicht sich verzweifelt durch das – wie immer gegelte – Haar.

Alles andere als „Sibirische Temperaturen“

Die Qualität der Übertragung per Beamer auf die „Großleinwand“ – sprich: Hangartür – lässt Wünsche offen. Das Bild ruckelt und frisst sich fest, meist im spannendsten Moment. „Das Bild ist schon eine Herausforderung“, meint ein Soldat. Guttenberg nimmt es mit Humor, verwickelt die Angehörigen der Marineeinheit in Gespräche, gibt Autogramme, lässt Bilder von sich und den Soldaten knipsen.

Die Fregatte „Schleswig-Holstein“ ist seit Mitte Mai in Dschibuti, um hier im Rahmen der EU-Operation Atalanta auf Piratenjagd zu gehen. Der Minister dankt seinen Soldaten für ihren Einsatz „unter großen Entbehrungen“ und bei „Sibirischen Temperaturen“, wie er sarkastisch hinzufügt.

„Ich bin noch nicht konfliktscheu“

Guttenberg verspricht ihnen, er werde die anstehende Strukturreform der Bundeswehr „an verteidigungspolitischen Notwendigkeiten ausrichten“ und nicht an dem vom Finanzminister verordneten Sparkurs. Der Minister gibt sich alles andere als amtsmüde. Amtsmüdigkeit war ihm in Medienberichten unterstellt worden. „Ich bin noch nicht konfliktscheu geworden“, sagt der CSU-Politiker.

Doch am Ende des Abends auf der Fregatte ist er wieder ganz Fußballfan. Ein „verdientes Ergebnis“ sei das 1:0 gegen Ghana, sagt er. „Die Abwehr könnte man vielleicht etwas nachschärfen“, meint Guttenberg. Was das Spiel für Auswirkungen auf die Bundesregierung habe, wird er gefragt. „Es wäre doch vollkommen absurd, wenn sich die Regierungsarbeit am Fußball festmachen würde“, sagt der Minister. Dann müsste man doch gleich aufhören. (AP)

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