Aktuelle Nachrichten – Börse
19.10.2009
Frankfurt – Bei der Hälfte aller börsennotierten Firmen in Deutschland handelt es sich laut einer Studie eigentlich um Familienunternehmen. Sie repräsentieren etwa ein Drittel der Marktkapitalisierung und sind in fast allen Industrien vertreten, wie aus einer am Montag vorgestellten Studie der Stiftung Familienunternehmen hervorgeht, die vom Center for Enterpreneurial and Financial Studies an der TU München durchgeführt wurde.
Untersucht wurden alle Unternehmen, die an der Frankfurter Wertpapierbörse zwischen 1998 und 2008 im General oder Prime Standard notiert waren, ausgenommen Finanzunternehmen. Als Familienunternehmen wurde dabei definiert, dass die Familie mit wenigstens 25 Prozent eine Sperrminorität besitzt oder mindestens ein Mitglied der Gründerfamilie als Vorstand oder Aufsichtsrat tätig ist.
Durchschnittlich halten die Gründerfamilien gut 35 Prozent der Stimmrechte an den Unternehmen, und in mehr als der Hälfte der Fälle ist der Firmengründer auch Vorstandschef. Hingegen wird bei 85 Prozent der Unternehmen der Aufsichtsratsvorsitzende nicht durch ein Mitglied der Gründerfamilie gestellt. Besonders stark sind Familienunternehmen im Dienstleistungsbereich. Hier stellen sie den Angaben zufolge rund 70 Prozent der Firmen, während sie in der kapitalintensiven Bauindustrie mit 14 Prozent Anteil eher unterrepräsentiert sind. Der Studie zufolge sind Familienunternehmen weniger verschuldet und weisen mit 50 Prozent eine wesentlich höhere Eigenkapitalquote auf als Nicht-Familienunternehmen (36 Prozent). (AP)
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