Anchorage – Bei eisigen Temperaturen rund 1.700 Kilometer auf Kufen quer durch Alaska: 67 Musher und mehr als 1.000 Tiere sind am Wochenende zum härtesten und längsten Hundeschlittenrennen der Welt aufgebrochen. Beim von Partystimmung und begeisterten Zuschauern begleiteten Auftakt ging am Samstag in Anchorage alle zwei Minuten ein Team an den Start, das eigentliche Iditarod-Rennen sollte am Sonntag (Ortszeit) in der Ortschaft Willow beginnen.
„Das Schlimmste erwarten und auf das Beste hoffen“ – mit dieser Philosophie will Lance Mackey in den kommenden Tagen seinen zweifachen Titel verteidigen. Dem Sieger winkt wie im vergangenen Jahr ein Preisgeld von 69.000 Dollar (54.500 Euro) und ein Pickup. Die anderen Teilnehmer, die unter die besten 30 kommen, müssen sich allerdings mit weit weniger Geld als bisher zufrieden geben: Auch beim Inditarod-Rennen machen sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bemerkbar.
Die Teilnahmegebühr ist von 3.000 auf 4.000 Dollar erhöht worden, und auch für die nötige Ausrüstung vom Hundefutter bis zu den Stiefelchen, die die Tiere während des Rennens im tiefen Schnee tragen, muss inzwischen tiefer in die Tasche gegriffen werden. Ray Redington schätzt seine Kosten auf insgesamt rund 30.000 Dollar. „Wir sind die am schlimmsten unterbezahlten professionellen Athleten der Welt für das, was wir machen“, sagt Mackey. „Die meisten Leute würden nicht einmal darüber nachdenken.“
Nach einem Rekord von 96 Teilnehmern im vergangenen Jahr sind diesmal auch nur 67 Musher angetreten, darunter 13 Frauen. Die Organisatoren wollen die Startgebühr im kommenden Jahr möglicherweise weiter heraufsetzen und die Teilnehmerzahl auf 85 Teams begrenzen.
Mackey hofft derweil auf einen weiteren Sieg. Er brauche das neue Fahrzeug dringend, sagt der Musher, der derzeit ein Modell aus dem Jahr 1997 fährt. Seinen Gewinn vom vergangenen Jahr hat er gegen einen Dodge Charger eingetauscht und damit schon drei Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung kassiert.
Wer nicht unter die besten 30 kommt, hat immerhin Aussicht auf die Auszahlung von 1.049 Dollar, um die Heimreise für sich und seine Hunde zu finanzieren. Dieser Betrag hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert. (AP)