Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
31.03.2009
Hamburg – Die Hamburger Hafengesellschaft HHLA erwartet nach dem Rekordjahr 2008 einen Umsatzeinbruch von mindestens 10 Prozent für das laufende Jahr. Auch der Gewinn wird sinken, wie Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Peters am Dienstag in Hamburg bei der Bilanzvorstellung mitteilte. Auf einen Teil der 5.000 Mitarbeiter kommt ab Jahresmitte Kurzarbeit zu, bis zu 100 Jobs sollen ganz wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss die HHLA für das Jahr aus.
Die Hamburger Hafen und Logistik AG, HHLA, betreibt drei gigantische Containerumschlagsanlagen in Hamburg und ist an weiteren Anlagen beteiligt, etwa in Lübeck und Odessa, Ukraine.
Die Geschäfte des halbstaatlichen Konzerns kommen nach Firmenangaben in der Wirtschaftskrise von zwei Seiten unter Druck: Der Umschlag geht zurück, weil der Welthandel insgesamt einbricht. Dadurch entstehen ungenutzte Verladekapazitäten in konkurrierenden Häfen, was die Preise unter Druck setzt.
Eine Wende zeichnet sich laut Peters noch nicht ab: Weltweit seien inzwischen 500 Containerschiffe stillgelegt. Viele Container-Liniendienste steuern die HHLA-Terminals nicht mehr an.
Der Konzern hat mit einem Sparkurs auf die Krise reagiert: Investitionen von 600 Millionen Euro werden in die Zukunft verschoben, die Arbeitskosten wurden gesenkt, ungenutzte Anlagen stillgelegt. „Für das Jahr 2009 rechnen wir nach unserem derzeitigen Kenntnisstand mit deutlichen Rückgängen bei Umsatz, Ergebnis und Rendite, aber einer insgesamt weiter profitablen Geschäftsentwicklung“, sagte Peters. Er lehnte es ab, genaue Angaben über die Geschäftsentwicklung seit Jahresbeginn zu machen.
Im Jahr 2008 war der Konzernumsatz um 12 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 23 Prozent auf rund 355 Millionen Euro. Die Zahl der umgeschlagenen Container verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 7,3 Millionen Stück.
Die HHLA gehört zu 70 Prozent dem Land Hamburg. Seit dem Börsengang Ende 2007 ist der Kurs um rund 60 Prozent gefallen. (AP)
Werften fordern „industriepolitisches Handeln“
(30.03.2009)
Schiffbauindustrie steuert in düstere Zukunft
(29.03.2009)
Der Hafen kann auch ohne Elbvertiefung wachsen
(28.03.2009)
(19.05.2008)