Karlsruhe - Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof hat am Sonntag gegen den mutmaßlichen Bombenleger von Koblenz und Dortmund Haftbefehl erlassen. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, erging gegen den 21-jährigen Libanesen Youssef Mohamad E. H. Haftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des versuchten Mordes mit gemeingefährlichen Mitteln in einer Vielzahl von Fällen sowie des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.
Der Student war am Vortag während einer Polizeiaktion am Hauptbahnhof Kiel festgenommen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte er sich absetzen wollen. Er war am Sonntagmorgen nach Karlsruhe geflogen worden, wo er gegen 14.30 Uhr in einem Hubschrauber der Bundespolizei vor dem Gebäude des Bundesgerichtshofs landete. Beamte hatten den mit einem weißen Overall bekleideten gefesselten Mann in das Gebäude geleitet.
Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, zusammen mit einem noch unbekannten Komplizen Ende Juli am Kölner Hauptbahnhof zwei Kofferbomben in Regionalzügen deponiert zu haben. Nur wegen eines handwerklichen Fehlers kam es nicht zu einer möglicherweise verheerenden Explosion. Das Bundeskriminalamt fahndet mit Hochdruck nach dem zweiten Täter. Zum aktuellen Fahndungsstand könnten aus ermittlungstaktischen Gründen keine Einzelheiten mitgeteilt werden, erklärte die Bundesanwaltschaft.
(AP)
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