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Qualitätsjournalismus ein Unwort Hajo Schumacher sieht den Journalismus im Jammertal

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26.10.2012

Hajo Schumacher Foto: Michael Gottschalk
Hajo Schumacher

Foto: Michael Gottschalk

Berlin – "Die Medienwelt hat vieles dazu getan, die Anerkennung für die eigene Arbeit zu ruinieren", schreibt Schumacher in einem Gastbeitrag für die Nachrichtenagentur dapd. "Auf unzähligen Podien, Foren und Fachtagungen haben sich Medienmenschen gegenseitig vorlamentiert, dass alles den Bach runter geht. Wäre doch all diese Larmoyanz-Energie in Kreativität und neue Produkte geflossen."

Schumacher verlangt mehr Mut, Neues zu wagen. "Leider bilden excel-getriebene Verlagsrechner und verängstigte Nachwuchs-Kräfte eine unselige Allianz, in der nur Quartalsergebnisse und die weitere Verlängerung schlechtbezahlter Vierteljahresverträge zählen." Journalismus sei kein Beamtenjob, es gebe kein Grundrecht auf fette Honorare oder Veröffentlichung. "Heute wie damals ist der Beruf auch den Künsten und nicht nur den Kästchenfüllern zuzurechnen; es waren immer Verrückte und Verwegene, Irre, Großmäuler und Grenzgänger, die die Branche beflügelt haben." Google sollte die Branche unterstützen, Journalistenschulen aufmachen und Stipendien vergeben.

Schumacher wandte sich auch gegen den Begriff Qualitätsjournalismus. Dies sei ein Unwort . "Qualitätsjournalismus ist ein übler Kampfbegriff. Wer ihn benutzt, erhebt sich selbst. Die unterschwellige Botschaft lautet: ich mache tolle Sachen, ihr nur Müll."

Die Nachrichtenagentur dapd hat die Serie nach dem Insolvenzantrag mehrerer Unternehmen der Gruppe gestartet. Die Beiträge sind nachzulesen unter: http://blogs.dapd.de/journalismus/

dapd

 

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