Berlin - Der Bundesverband des Groß- und Außenhandels hat eine schnelle Entscheidung der Bundesregierung für die Zulassung von 60-Tonnen-Lastzügen in Deutschland angemahnt. BGA-Präsidiumsmitglied Gerhard Riemann erklärte am Dienstag in Berlin, anders könne das derzeitige Wachstum im Güterverkehr nicht bewältigt werden. Er plädierte darüber hinaus dafür, mit einer Pkw-Maut auf Autobahnen die Autofahrer zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen und so mehr Platz für Laster auf den Fernstraßen zu schaffen.
Riemann vertrat die Ansicht, weder die Bahn noch die Binnenschifffahrt könnten das derzeitige Verkehrswachstum bewältigen. Er sprach von einer «eklatanten Anspannung» im Transportgewerbe. «Sie bekommen kaum Lkw und weder Schiffe noch Waggons» für spontane Transportaufgaben, meinte er. Diese Engpässe seien nachfragebestimmt. Die Hersteller etwa von Nutzfahrzeugen verzeichneten zweistellige Zuwachsraten. Bis zum Jahr 2015 werde ein Anstieg des Güteraufkommens um 2,5 Milliarden Tonnen im Jahr in Deutschland erwartet, wiederholte Riemann die Prognosen. Der Löwenanteil davon werde auf der Straße bewältigt werden müssen.
Eine Versuchsphase lehnte Riemann ab. Er forderte, «jetzt» Trassen festzulegen, auf denen die 60-Tonner verkehren könnten, und den Verkehr aufzunehmen. Die Super-Laster könnten die Anzahl der Lastzüge und den von ihnen in Anspruch genommenen Straßenraum verringern, erklärte er. Auch der Straßenverschleiß sinke wegen der Verteilung des Gewichts auf mehr Achsen. Die Lastzüge sind um bis zu 40 Prozent länger als heutige Einheiten. Das Argument, Brücken wären dann möglicherweise nicht mehr sicher, konterte der BGA-Vizepräsident mit dem Hinweis darauf, dass ohnehin sehr viele Brücken sanierungsbedürftig seien.
Hinsichtlich der Sicherheitsbedenken gegen die 60-Tonner - zurzeit liegt das Limit bei 40 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht - verwies Riemann auf positive Erfahrungen in Skandinavien. «Das größte Unsicherheitspotenzial ist der Fahrer, nicht die Technik», sagte er. Auch in den anderen Ländern der EU gibt es seinen Angaben zufolge keine Vorbehalte gegen diese Züge. «Wenn wir unsere Regierung ausschalten, können wir morgen 60-Tonner auf die Straße bringen.»
http://www.bga.de
(AP)
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