Konsum – Handy-Hüllen und Schlüsselanhänger in Eigenproduktion – Oliver Schmale
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Warme Schutzkleidung für Handys Handy-Hüllen und Schlüsselanhänger in Eigenproduktion

Oliver Schmale

07.01.2009

Mit gehäkelten Taschen, Handy-Hüllen, Schlüsselanhängern u.v.m. bietet Manfred Schmidt eine Alternative zu Designer-Ware aus Fachgeschäften. (AP Photo/Daniel Maurer)
Mit gehäkelten Taschen, Handy-Hüllen, Schlüsselanhängern u.v.m. bietet Manfred Schmidt eine Alternative zu Designer-Ware aus Fachgeschäften. (AP Photo/Daniel Maurer)

Stuttgart – Gehäkelte Handy-Hüllen, Topflappen, Schlüsselanhänger, den Stuttgarter Fernsehturm im Maßstab 1:200 oder auch Überzüge für Lampenschirme: Es sind alles Einzelstücke, die über 40 Damen in ganz Deutschland für Oma Schmidt anfertigen. Angefangen hat alles mit einem Online-Shop; Heute werden sie in der „Mascherie“, einem nur 15 Quadratmeter großen Laden in Stuttgart verkauft. Inhaber Manfred Schmidt ist eigentlich von Haus aus Architekt. Doch diesen Job gab der 35-Jährige auf, um sich ganz dem Vertrieb der besonderen Handarbeiten zu widmen.

Es fing alles mit einem Online-Shop an. Nach dem Tod seines Opas intensivierte dessen Frau ihre Handarbeitsaktivitäten und Enkel Manfred wurde reichlich beschenkt. Er kam dann auf die Idee, die Handarbeiten ins Internet zu stellen. Der Name des Online-Shops „OmaSchmidtsMasche“ war geboren. Viele Geschäfte wickelt der 35-Jährige über das Internet ab, egal, was es für Anfragen gibt. Es wird versucht, jeden Wunsch zu erfüllen. Seine häkelnden Damen im Alter zwischen 53 und 83 Jahren nennt Schmidt liebevoll Häkel-Omas. Ihnen liefert Schmidt die Wolle, sie im Gegenzug das fertige Produkt.

Eine der Häkel-Omas ist Gerda Held. Die siebenfache Großmutter ist seit Mai letzten Jahres mit von der Partie. Sie sei mehrfach an dem Laden vorbeigelaufen und habe sich dann interessiert, was sich dahinter verberge, erzählt sie. „Früher habe ich eher gestrickt“, sagt sie lachend. Das Umsteigen auf Häkeln sei ihr nicht schwer gefallen. Held häkelt unter anderem Handy-Taschen und auch Klosettrollen-Überzüge. „Für einen WC-Rollen-Überzug ohne Stickerei brauche ich zwei Stunden“, sagt die rüstige Dame. Die Klopapierhüte gibt es auch mit den Wappen einiger Bundesligavereine.

Geschäftsmann Schmidt kann „nur Luftmaschen“ häkeln

Die gehäkelten Überzüge, die einst die Hutablagen der Autos in Deutschland zierten, seien beliebt, meint der geschäftstüchtige Schmidt und sagt: „Bis zum Ende der Bundesligasaison im Mai will ich das für jeden Verein anbieten.“ Der 35-Jährige bezahlt den Häkel-Omas „ein Taschengeld“. Manche Frauen besserten sich mit der Arbeit auch ihre Rente auf, erzählt Held. Unter den Mitarbeitern bei Maschenmacher Schmidt ist bislang ein Mann. Das ist der 84-jährige Häkel-Opa Gunther aus Ulm. Er stellt Puppen her, die einem Zwischending aus „Struwwelpeter und Afroman“ ähneln. Alle seine Mitarbeiter stellt Schmidt im Internet vor, um zu zeigen, „dass wirklich echte Omas und Opas mitmachen“.

Zusammen mit den Frauen wählt Schmidt die Produkte aus, die angeboten werden sollen. Nachwuchssorgen macht sich der findige Unternehmer nicht. Es melden sich regelmäßig Damen, die mitmachen wollen, berichtet er. Übrigens: Selber kann Schmidt nicht häkeln, nur Luftmaschen, wie er einräumt. Seine nächste Idee sind „Werkel-Opas“, die beispielsweise Schreibmappen aus Holz herstellen.

http://www.omaschmidtsmasche.de/ (ap/ps)

 

 

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