Nachrichten Deutschland – Hannover Messe 2012 mit Gastland China trifft auf Proteste – Anke Wang
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Umwelttechnik und Menschenrechte Hannover Messe 2012 mit Gastland China trifft auf Proteste

Anke Wang

23.04.2012

Das Gastland der Industrie-Messe China traf auf „Begrüßungskomitees“ der Unterdrückten. Foto: John Macdougall/AFP/Getty Images
Das Gastland der Industrie-Messe China traf auf „Begrüßungskomitees“ der Unterdrückten.

Foto: John Macdougall/AFP/Getty Images

Hannover - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weihte am Sonntagabend mit dem Ministerpräsidenten von Gastland China, Wen Jiabao die weltgrößte Industrie-Messe in Hannover ein. Vom 23. bis zum 27. April 2012 stellen knapp 5000 Aussteller aus 69 Ländern ihre Neuheiten aus. Die Industrie-Messe Hannover steht im Jahr 2012 unter dem Motto "greentelligence". Begleitet wurde die Einweihungsfeier der Messe von zahlreichen Protesten.

Gastland China und alle kamen

Wer in diesen Tagen in Hannover unterwegs ist, der wird fast auf Schritt und Tritt an China und die Messe erinnert. Aber möglicherweise nicht auf die Art, die dem Regime in China gefällt: an Verkehrsknotenpunkten und U-Bahn-Stationen begegnen einem Plakate die auf die Menschenrechtssituation in China hinweisen. Darauf sind die chinesischen Schriftsteller und Journalisten Shi Tao, Yang Tongyan und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo abgebildet, die zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie ihre Meinung geäußert haben. Außerdem laufen im Fahrgastfernsehen der Hannoveraner Stadtbahnen Spots von Amnesty International, die Freiheit für Dissidenten in China einfordern.

Wandel durch Handel?

„Der Blick auf die wirtschaftliche Dynamik darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Menschenrechte in China nach wie vor mit Füßen getreten werden," findet Amnesty Internationals China-Experte, Dirk Pleiter. „Amnesty fordert anlässlich der Messe sowohl die Politik als auch die in China tätigen Unternehmen dazu auf, aktiv für die Achtung der Menschenrechte in diesem Land einzutreten", so Pleiter.

Die Anhänger der friedlichen, in China verfolgten Falun Gong-Bewegung hießen Wen Jiabao in Hannover willkommen. Er hat sich laut verlässlichen Zeugen im augenblicklichen internen Machtkampf der KPCh in China schon für ein Ende der Verfolgung ausgesprochen. Gleichzeitig forderten sie „Jiang Zemin und seine Handlanger Jiang Zemin, Luo Gan, Zhou Yongkang und Bo Xilai wegen ihrer illegalen Verfolgung von Falun Gong vor Gericht zu stellen".

Laut dem Falun Dafa Informationszentrum Deutschland werden in China die Anhänger der buddhistischen Kultivierungsschule seit dem 20. Juli 1999 gefoltert, ermordet, in Arbeitslagern interniert und in Militärkrankenhäusern ihrer Organe bei lebendigem Leib beraubt. Experten sprechen von organisiertem, kommerziellem Handel mit Körperteilen der Dissidenten.

Gemeinsam mit Uiguren und Tibetern erschien die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor der Kongresshalle und machte auf willkürliche Verhaftungen und Diskriminierungen der ethnischen Gruppen und han-chinesischen Dissidenten aufmerksam. Ein Sarg sollte an die anhaltenden Selbstverbrennungen von Tibetern erinnern. Erst am Donnerstag hatten sich erneut zwei Tibeter aus Verzweiflung auf diese Weise das Leben genommen.

Deutsche Unternehmen in China

Die Verantwortung deutscher Unternehmen in China geriet ebenfalls in den Fokus. Die GfbV forderte den Autokonzern Volkswagen auf, die Diskriminierung von Uiguren zu beenden. Ministerpräsident Wen Jiabao besucht am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel den Volkswagen-Konzern in Wolfsburg und einen Vertrag über den Bau eines neuen Werkes in Urumtschi in Ostturkestan unterzeichnen. Der Autobauer wird ein Werk in Ostturkestan (Xinjiang), der Heimatregion der Uiguren im Nordwesten Chinas bauen. Der Weltkongress der Uiguren (WUC) fordert den Volkswagen-Konzern auf, „beim Bau seines neuen Werkes in Urumtschi die Menschenrechte der Uiguren zu berücksichtigen".

Gemeinsam mit Wen Jiabao, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag die Industrie-Messe 2012 in Hannover für die Öffentlichkeit eröffnet.

 

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