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Harald Schmidt lästert über alles außer Gott

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23.09.2012

Harald Schmidt lästert über alles außer Gott Foto: dapd/Axel Schmidt
Harald Schmidt lästert über alles außer Gott

Foto: dapd/Axel Schmidt

Berlin – Mit Seitenhieben auf die Zahl seiner Zuschauer muss TV-Entertainer Harald Schmidt wohl derzeit leben. Er habe hier wahrscheinlich genauso viele Zuschauer wie auf Sky, aber live, frotzelte der Moderator zu Beginn des "Cicero"-Foyergesprächs am Sonntag im Berliner Ensemble (BE) vor mehreren hundert Zuhörern. "Oder mehr", konterte der Late-Night-Talker, der seit Anfang September seine "Harald Schmidt Show" bei dem Bezahlsender präsentiert.

Bei Sky will er nun bis ultimo bleiben, versicherte der 55-Jährige. "Bis ich umfalle auf Sky Late Night" machen, wäre sein Wunsch, wenn eine Fee käme. Dass er nochmal im Free-TV auftreten werde, glaube er nicht, sagte der Entertainer auf eine entsprechende Frage. Er arbeite daran, die Sendung auf Sky zu etablieren. Im Free-TV traue sich auch niemand mehr an Late Night heran, fügte er hinzu. An seiner Show hat sich auch beim Wechsel zum Pay-TV nichts geändert. Schmidt, zuvor jahrelang in Diensten von Sat.1 und der ARD, macht, was er will. Ihm habe noch niemals ein Sender reingeredet, betonte er.

Einen schlagfertigen und gut aufgelegten Schmidt bekamen die Zuschauer am Sonntag im BE zu sehen. Wegen "großer Nachfrage" war das Gespräch vom Foyer ins Große Haus verlegt worden. Er habe über die Jahre eine relativ treue Klientel gehabt, berichtete Schmidt. Da gehe es um einen Humor, der Sarkasmus möchte, auch Zynismus, aber nicht den "erklärenden Humor".

Viele Lacher für Schmidt

"Völlig sinnlos ist der Satz: 'Aufhören wenn's am Schönsten ist'. Warum?", findet Schmidt und erntete damit, wie auch mit vielen anderen Sprüchen reichlich Lacher. "Ich sehe was, ich höre was - und rums, kommt schon ein Satz heraus", beschreibt er seine Lästerei.

Die hört jedoch auf, wenn es um Religion geht. Witze darüber oder Gotteslästerei gibt es von ihm nicht, wie er betonte. Er lasse generell das Thema "Aufgeregtheit in Kulturkreisen", die sich nicht unbedingt mit dem befassten, was wir als Satire kennen, für sich bestehen. Zu der Palette der Themen gehörte bei dem Gespräch in dem Berliner Theater das heftig diskutierte islamfeindliche Video und das Papst-Titelbild der "Titanic" - das Magazin dürfe so ein Titelbild machen, findet Schmidt, aber der Vatikan hätte niemals darauf reagieren dürfen.

"Die Zukunft des Fernsehens kommt so oder so"

Geredet wurde auch über seine Interviews, die Fernsehlandschaft in Deutschland, die Wulffs und die Politik. Schmidt hat zu allem was zu sagen. Schlagfertigkeit sei letzten Endes nur ein gutes Gedächtnis, sagte er an einer Stelle. Wie er denn die Zukunft des Fernsehens sehe, das sei ja im Titel der Veranstaltung, fragte eine Zuhörerin im BE. "Die Zukunft des Fernsehens, die kommt so oder so", orakelte Schmidt.

In der nächsten Woche ist er erst einmal wieder bei Sky zu sehen, von den Zuschauern im BE meldete sich nur eine Handvoll bei der Frage, wer denn alles ein Abo habe. 60.000 beziehungsweise 70.000 Zuseher (ohne die On-Demand-Abrufe) hatte Schmidt laut Sender - der stets betont, dass die Quoten für ihn nicht der entscheidende Faktor seien - in der nun abgelaufenen Woche bei seinen drei Sendungen. In der ersten Woche war die Zahl der Zuschauer schon einmal auf 5.000 gesunken.

"Wir sind mit dem Start der Harald Schmidt Show sehr zufrieden", betonte Programmchef Gary Davey. Schmidt bleibe der König des Late Night. "Wir sind davon überzeugt, dass seine Show unserem Anspruch an Qualität absolut gerecht wird und einen Mehrwert für unsere Zuschauer darstellt. Die Rückmeldung unserer Kunden zeigt uns, dass Harald Schmidt perfekt in die Sky Familie passt."

dapd

 

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